Der buchungskreisübergreifende Kundenauftrag wurde angelegt. Er erscheint automatisch im Liefervorrat für die Versandstelle, die im Customizing dem ermittelten Auslieferungswerk (in unserem Beispiel 1010) zugeordnet ist. Wenn das Lieferungserstellungsdatum fällig ist, wird in dieser Versandstelle eine Auslieferung angelegt und bearbeitet. Statt im Liefervorrat kann eine Auslieferung auch manuell mit Bezug auf den buchungskreisübergreifenden Kundenauftrag angelegt werden.
In der Praxis wird eine Auslieferung in der Regel angelegt, sobald die erste Versandaktivität im Prozess beginnen muss, damit die Waren am bestätigten Lieferdatum beim Kunden eintreffen. Dies ist in der Regel die Kommissionierung. Sobald die Auslieferung angelegt ist, können die nachfolgenden Versandaktivitäten beginnen. Die beim Versand erforderlichen einzelnen Schritte (Kommissionierung, Verpackung, Druck des Lieferscheins usw.) werden jeweils auf Basis der Auslieferung durchgeführt und in dieser dokumentiert.
In SAP S/4HANA kann die Kommissionierung mit der (integrierten) Lösung SAP Extended Warehouse Management ((integriertes) SAP EWM) durchgeführt werden. Alternativ dazu kann der Kunde auch nach wie vor eine spezielle Version der Lagerverwaltungslösung verwenden, die bereits Teil des SAP-ERP-Systems war (Logistics Execution – Lagerverwaltung: LE-WM), nämlich die Lagerraumverwaltung. Beides ist nicht im Umfang dieses Kurses enthalten: Wir geben die kommissionierte Menge einfach manuell in jede Auslieferung ein.

Im (integrierten) SAP EWM wird eine Lageraufgabe für die Kommissionierung angelegt. Lageraufgaben werden basierend auf sogenannten Lagerauftragserstellungsregeln zu Lageraufträgen zusammengefasst. In der Lagerraumverwaltung dient ein Transportauftrag demselben Zweck. Diese Belege unterstützen die Entnahme der benötigten Materialien aus dem Lager.
Abhängig von den Einstellungen im Customizing müssen Kommissionieraktivitäten quittiert werden (Quittierungspflicht). Außerdem können mögliche Mengenabweichungen erfasst und Folgeschritte angestoßen werden.
Das Verpacken ist in der Regel der nächste Schritt beim Versand: Materialien werden möglicherweise in großen Kartons gelagert oder auf Paletten usw. platziert. Eine Funktion namens Handling Unit Management (HUM) wird in der Regel verwendet, um das Verpacken im SAP-S/4HANA-System zu unterstützen. In der Auslieferung können Informationen über die beteiligten Handling Units abgelegt werden.
Die Nachrichtensteuerung und die Nachrichtenverarbeitung stehen zur Unterstützung der Nachrichtenanforderungen für Auslieferungen (Druck von Lieferscheinen, Etiketten für Handling Units usw.) zur Verfügung.
Das Buchen des Warenausgangs bildet die Abschlussaktivität beim Versand. Dadurch werden die Bestandsmenge verringert und der Bestandswert fortgeschrieben (d.h., ein Buchhaltungsbeleg wird in SAP S/4HANA Finance gebucht).
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