Wenn Sie ein Material für ein Werk immer über die Lohnbearbeitung beschaffen, können Sie dies in Ihrem SAP-S/4HANA-System über einen Sonderbeschaffungsschlüssel im Materialstamm festlegen. Wenn dann eine Bestellanforderung für dieses Material über die Materialbedarfsplanung angelegt wird, erhält sie automatisch den Positionstyp für Lohnbearbeitung (L (Lohnbearbeitung)).
Sie können die Materialien pflegen, die zur Herstellung oder Montage eines Fertigerzeugnisses bei der Lohnbearbeitung benötigt werden, indem Sie eine Stückliste für das Fertigerzeugnis anlegen. Dadurch wird sichergestellt, dass das System automatisch die Komponenten ermitteln kann, die an den Lohnbearbeiter gesendet werden müssen, und diese in die Einkaufsbelege mit Positionstyp L (Lohnbearbeitung) kopiert.
Wenn Sie in einer Bestellanforderung eine Lohnbearbeitungsposition mit Materialkomponenten erfassen, wird automatisch ein Sekundärbedarf zu jeder Komponente erzeugt. Dieser Bedarf ist für die Materialbedarfsplanung relevant.
In Ihrem SAP-S/4HANA-System steht ein Sonderbeschaffungsschlüssel für die Lohnbearbeitung zur Verfügung (Schlüssel 30 (Lohnbearbeitung)), den Sie auf der Registerkarte Disposition 2 einem Material im Materialstammsatz zuordnen können. Wird diese Zuordnung für ein Material ausgeführt, generiert der MRP-Lauf eine Bestellanforderung (oder einen Planauftrag) mit dem Positionstyp L (Lohnbearbeitung), um einen Bedarf für dieses Material zu decken. Wenn zuerst ein Planauftrag generiert wird, wird dieser später in eine Bestellanforderung mit dem Positionstyp L (Lohnbearbeitung) umgesetzt.
Notiz
SAP S/4HANA umfasst einen MRP-Algorithmus namens MRP Live. MRP Live legt keine Planaufträge für die Fremdbeschaffung an. MRP Live legt immer Bestellanforderungen für die Fremdbeschaffung an.
Bei der Materialbedarfsplanung löst das System auch die Stückliste des Endprodukts auf. Zum Freigabetermin der Bestellanforderung auf Endproduktebene werden Sekundärbedarfe für die Komponenten erzeugt.
Geben Sie die Komponenten, die der Lieferant zur Fertigstellung des Bestellmaterials (Endprodukt) benötigt, manuell ein, brauchen Sie den Bedarfstermin der Komponenten nicht einzugeben. Dieses Datum schlägt das System bereits vor. Der Terminvorschlag wird ermittelt, indem die Planlieferzeit vom Wunschlieferdatum der Position abgezogen wird.
Wenn Sie nicht möchten, dass sich bei Änderung der Menge des Endprodukts die Menge einer Lohnbearbeitungskomponente in einem Ihrer Einkaufsbelege ändert, können Sie im Komponentenübersichtsbild für diese Komponente das Kennzeichen Menge ist fixiert setzen. Dies können Sie z.B. in einer Bestellanforderung für eine Lohnbearbeitungsposition durchführen:
In der folgenden Demo sehen Sie ein Beispiel für eine Bestellanforderung und die Verwendung des Kennzeichens Menge ist fixiert, das Sie verwenden können, wenn Sie nicht möchten, dass sich die Menge einer Lohnbearbeitungskomponente ändert, wenn die Menge des Endprodukts geändert wird:
Wenn eine Komponente, die an den Lieferanten gesendet werden muss, in Chargen verwaltet wird, können Sie die gewünschte Charge der Komponente angeben, die Sie senden möchten.
Notiz
Für eine Lohnbearbeitungsbestellposition in SAP S/4HANA ist der Positionstyp L (Lohnbearbeitung) erforderlich.