Im Customizing für Ihre Bestellbelegarten müssen Sie alle zulässigen Positionstypen pro Belegart zuordnen. Im SAP-S/4HANA-Standardsystem steht der Positionstyp L (Lohnbearbeitung) als Positionstyp für die Belegart NB (Normalbestellung) zur Verfügung.
Im SAP-S/4HANA-Standardsystem können Sie eine Lohnbearbeitungsbestellposition basierend auf einer Bestellanforderungsposition mit dem Positionstyp L (Lohnbearbeitung) oder basierend auf einer Bestellanforderungsposition mit dem Positionstyp LEER (Standard) anlegen. Dies wird (wieder) für Ihre Bestellungsbelegart (NB) pro Positionstyp (L) über die Verknüpfung dieses Positionstyps (L) mit beliebigen Kombinationen aus Bestellanforderungs-Belegart und Positionstyp (z.B. NB-L und NB-LEER) konfiguriert. Auf dieser Grundlage kann die Bestellposition mit diesem Positionstyp (L) angelegt werden.

Jede Lohnbearbeitungsposition in der Bestellung hat Komponenten. Diese Komponenten werden aus der Bestellanforderung übernommen, manuell eingegeben oder automatisch über die Stücklistenauflösung erfasst (Drucktaste Stückliste auflösen/Neue Stücklistenauflösung auf der Registerkarte Materialdaten einer Bestellposition).
Das Material, das der Lieferant herstellen oder montieren soll, kann in einer Bestellung oder in einem Lieferplan mit einer Lohnbearbeitungsposition bestellt werden. Für jede Lohnbearbeitungsbestellposition ist mindestens eine Komponente angegeben, die an den Lohnbearbeiter gesendet werden muss. Bei einem Lieferplan werden die für eine Lieferplan-Lohnbearbeitungsposition benötigten Komponenten jedoch erst zugeordnet/erfasst, wenn eine Einteilung zu dieser Position erfasst wird.
In der Komponentenübersicht Ihres Einkaufsbelegs können Sie die Verfügbarkeit der Komponenten zum Bedarfstermin überprüfen, indem Sie Komponentenliste→Komponentenverfügbarkeit auswählen (über die SAP Graphical User Interface (SAP GUI) oder über eine Kachel im SAP Fiori Launchpad für den jeweiligen Einkaufsbeleg).
Wenn es für das Fertigerzeugnis, das Sie über die Lohnbearbeitung bestellen, eine Stückliste gibt, werden die Komponenten automatisch zu Ihrer Belegposition (bzw. Einteilung, wenn es sich um einen Lieferplan handelt) hinzugefügt. Wenn Sie die Komponenten basierend auf der Stückliste zu einem späteren Zeitpunkt neu ermitteln möchten (z.B. bei nachträglicher Änderung der Stückliste), können Sie die Stückliste neu auflösen (über die Drucktaste auf der zuvor genannten Registerkarte Materialdaten). In diesem Fall werden die vorhandenen Komponenten in der Belegposition gelöscht, und die neuen Komponenten werden aus der Stückliste in die Belegposition kopiert.
Bei der Ausgabe einer Lohnbearbeitungsbestellung (z.B. beim Drucken) werden die Komponenten pro Auftragsposition aufgelistet.
Der Bestellpreis ist der Preis, den Sie für die Lohnbearbeitungsleistung des Lieferanten für die Herstellung oder Montage des Bestellmaterials bezahlen müssen. Falls erforderlich, kann er abgesehen von einem Betrag für die erbrachte Leistung auch teilweise einen Betrag für vom Lieferanten bereitgestellte Materialien darstellen. Um den Bestellpreis und alle anderen zugehörigen Preiskonditionen zu speichern, können Sie einen Einkaufsinfosatz des speziellen Typs Lohnbearbeitung (Feld Infotyp) verwenden.
Wenn Sie die Bestellmenge (oder die Einteilungsmenge) ändern, werden die Mengen der bereitzustellenden Komponenten proportional geändert, sofern das Kennzeichen Menge ist fixiert nicht gesetzt ist.
Wenn Sie den (Wunschliefertermin) für das Fertigerzeugnis ändern, wird nur der Bedarfstermin für die Komponenten neu ermittelt: die Stückliste wird NICHT neu aufgelöst.
SAP S/4HANA und die Business Functions für Lohnbearbeitung für Wartung und Instandsetzung
Über Business Functions werden neue Funktionen für ein bestehendes SAP-System bereitgestellt. Im Customizing oder über den Transaktionscode SFW5 können Sie das sogenannte Switch Framework starten. Dort können Sie sehen, welche Business Functions für Ihr SAP-S/4HANA-System installiert bzw. verfügbar sind und ob diese Business Functions im aktuellen System ein- oder ausgeschaltet sind.
In einem SAP-S/4HANA-System können Business Functions einen der folgenden Status haben: always_on, customer_switchable und always_off. Nehmen wir zum Beispiel an, ein Kunde hat früher mit einem SAP-ERP-6.0-System gearbeitet, in dem bestimmte Business Functions eingeschaltet und andere ausgeschaltet waren. Dieser Kunde hat dann zu einem späteren Zeitpunkt eine Migration zu SAP S/4HANA durchgeführt. Wenn eine Business Function, die in SAP S/4HANA als always_on-Funktion definiert ist, in ihrem SAP-ERP-6.0-System deaktiviert wurde, wurde diese Business Function bei der Konvertierung des SAP-ERP-Systems auf SAP S/4HANA automatisch aktiviert.
Notiz
Mit SAP ERP 6.0 Enhancement Package 4 wurde die Business Function LOG_EAM_ROTSUB (Aufarbeitung und Lohnbearbeitung) eingeführt. Mit Enhancement Package 5 wurde die Business Function LOG_EAM_ROTSUB_2 (Aufarbeitung und Lohnbearbeitung 2) eingeführt. Beide Business Functions bieten zusätzliche Funktionen für die Lohnbearbeitung für Wartungs- und Instandsetzungsprozesse, Umlaufteile, Aufarbeitungsaufträge und die Bestandsfindung für Instandhaltungs- und Kundenserviceaufträge. Mit den Funktionen dieser Business Functions können Sie serialisierte und nicht serialisierte Nachbearbeitungsteile für die Lohnbearbeitung verwenden. In SAP S/4HANA haben diese beiden Business Functions den Zustand always_on.
Notiz
Sie benötigen ein Material/eine Position mit dem Beistellteilkennzeichen X (Aufarbeitungsmaterial aus Lohnbearbeitung), wenn Sie Material A an Ihren Lieferanten senden und der Lieferant nach der Aufarbeitung Material B (mit dem Beistellteilkennzeichen X (Aufarbeitungsmaterial aus Lohnbearbeitung)) retourniert.
Ein weiteres Beispiel für einen unterstützten Prozess in diesem Kontext ist die Vorablieferung. Sie verwenden die Funktion der Vorablieferung, wenn Sie dringend ein einsetzbares Teil von Ihrem Lohnbearbeiter benötigen, obwohl Sie Ihre defekten Teile noch nicht zur Reparatur an den Lohnbearbeiter gesendet haben. Der Lohnbearbeiter sendet ein einsetzbares Teil aus seinem eigenen Bestand direkt an Sie. Das defekte Teil wird zu einem späteren Zeitpunkt an den Lohnbearbeiter gesendet, der es repariert und zu seinem eigenen Bestand hinzufügt.
Positionstyp Lohnbearbeitung
Ein Positionstyp in einem Einkaufsbeleg steuert die Details der Beschaffung eines Materials oder einer Dienstleistung mit diesem Beleg. Der Positionstyp L (Lohnbearbeitung) steuert, dass die Komponenten, die an den Lohnbearbeiter gesendet werden sollen, angegeben werden müssen.
Der Positionstyp L (Lohnbearbeitung) kann sowohl für die Beschaffung eines Lagermaterials als auch für die Beschaffung eines Verbrauchsmaterials verwendet werden. Lohnbearbeitungspositionen können z.B. auf eine Kostenstelle oder einen Kundenauftrag kontiert werden. In einem Einkaufsbeleg ist das FeldKontierungstyp (Kont. Typ) kann verwendet werden, um den Typ der Objekte (Kostenstellen, Kundenaufträge usw.) anzugeben, denen die Lohnbearbeitungsposition zugeordnet wird. In den Positionsdetails auf der Registerkarte Kontierung geben Sie dann das Einzelobjekt (z.B. eine Kostenstelle) an.
Hinweis
Sie können in einer Kundenauftragsposition mit dem Verkaufspositionstyp TAB (Einzelbestellung) arbeiten. Wenn im Materialstamm für das in der Kundenauftragsposition verwendete Material der Sonderbeschaffungsschlüssel 30 (Lohnbearbeitung) gepflegt wurde, wird beim Sichern des Kundenauftrags eine Bestellanforderung mit einer darin enthaltenen Lohnbearbeitungsposition angelegt. Diese Bestellanforderungsposition enthält jedoch keine Komponenten: Die Komponenten werden ermittelt, wenn Sie diese Bestellanforderungsposition in eine Lohnbearbeitungsbestellposition umsetzen.
Sehen Sie sich die folgende Demonstration an, um die detaillierte Konfiguration des Positionstyps 3 L Lohnbearbeitung zu sehen: