Die Kundenfaktura
Sobald die Lieferanteneingangsrechnung im SAP-S/4HANA-System erfasst wurde, erfolgt die Fakturierung des Kunden. Der Kundenauftrag befindet sich im Fakturavorrat und wird beim nächsten Fakturasammellauf automatisch bearbeitet. Das für den Fakturavorrat relevante Fakturadatum entspricht dem Buchungsdatum der Lieferantenrechnung. Da in Ihrem System keine Auslieferung für Streckenpositionen vorhanden ist, müssen Sie beim Auswählen der zu fakturierenden Belege über den Fakturavorrat das Ankreuzfeld für die auftragsbezogene Fakturierung markieren.
Wenn Sie im Customizing für den Positionstyp TAS das Feld Fakturarelevanz auf den Wert B (relevant für auftragsbezogene Fakturierung basierend auf der Kundenauftragsmenge) setzen, erfasst das System den Kundenauftrag im Fakturavorrat, sobald Sie ihn sichern.
Wenn Sie das Feld Fakturarelevanz auf den Wert F (relevant für auftragsbezogene Fakturierung basierend auf der Rechnungsmenge) setzen, überträgt das System den Auftrag erst in den Fakturavorrat, nachdem die Lieferanteneingangsrechnung gebucht wurde. Standardmäßig enthält das Feld Fakturarelevanz den Wert F für den Positionstyp TAS (Streckenposition).
Beim Wert B wird die Streckenauftragsposition nur auf vollständig fakturiert gesetzt, wenn die Lieferantenrechnungsmenge der Menge der Kundenauftragsposition entspricht und diese Menge dem Kunden vollständig fakturiert wird. Beim Wert F wird für jede einzeln eingegangene Lieferantenrechnung eine Kundenfaktura angelegt (falls mehrere Lieferantenrechnungen eingehen). Der Kundenauftrag gilt als vollständig fakturiert, bis die nächste Rechnung vom Lieferanten eingeht.

Das Feld Fakturamenge in der Kopiersteuerung von Verkaufsbelegen in Fakturen enthält den Wert F (Rechnungseingangsmenge minus bereits fakturierte Menge) für den Positionstyp TAS (Streckenposition). Anstelle der Auftragsmenge wird also die Menge aus der Lieferantenrechnung als die Menge in die Faktura übernommen, die dem Kunden fakturiert werden muss.
Beispiel: Es wird ein Kundenauftrag über 10 Stück eines bestimmten Materials angelegt (hier wird Material M-03 verwendet). Das Material wird über die Streckenabwicklung beschafft, sodass beim Sichern des Kundenauftrags automatisch eine Bestellanforderung angelegt wird.
Die Bestellanforderung über 10 Stück wird in eine Bestellung über 10 Stück umgesetzt, die an den Lieferanten gesendet wird.
Nun wird davon ausgegangen, dass der Lieferant zu diesem Zeitpunkt nur 9 Stück des Materials an den Kunden liefern kann. Ein Wareneingang über 9 Stück wird erfasst, um die Lieferung (oder den Eingang) dieser 9 Stück beim Kunden zu bestätigen.
Die Lieferantenrechnung, die im verkaufenden Buchungskreis erfasst wird, enthält ebenfalls nur 9 Stück, da dies die Menge ist, die an den Kunden geliefert wurde.
Basierend auf dem Wert F (Rechnungseingangsmenge minus fakturierte Menge) für das Feld Fakturamenge in der Kopiersteuerung von Verkaufsbelegen nach Fakturen (für Positionstyp TAS) enthält die Faktura für den Kunden ebenfalls 9 Stück.
Notiz
Gleitender Durchschnittspreis bei Streckenabwicklung
Der gleitende Durchschnittspreis berechnet den Bewertungspreis für ein Material auf der Grundlage der tatsächlichen Beschaffungskosten. Dies ist eine Möglichkeit zur Ermittlung des Bewertungspreises für ein bestimmtes Material. Eine andere Möglichkeit wäre die Verwendung eines Standardpreises. Die Konditionsart VPRS stellt in der Preisfindung im Verkauf im SAP-S/4HANA-System die Kosten für ein verkauftes Material dar. Dabei wird der Wert diesem gleitenden Durchschnittspreis des Materialstammsatzes entnommen (sofern das Material auf diese Weise bewertet wird). Die Konditionsart VPRS wird bei der Berechnung des Deckungsbeitrags für einen Verkaufsprozess verwendet. In einer Kundenauftragsposition wird diese Konditionsart als statistischer Wert verwendet, d.h., sie hat keinen Einfluss auf den Preis, den der Kunde für das verkaufte Material tatsächlich bezahlt.
Wenn Sie die entsprechenden Einstellungen im Customizing vorgenommen haben, kann der gleitende Durchschnittspreis bei Streckenpositionen aus dem Wert der Lieferantenrechnung plus anteilige statistische Konditionen (z.B. Skonto) aus der Bestellung in der Beschaffung berechnet werden.
Belegfluss des Kundenauftrags
Der Belegfluss zeigt eine Übersicht aller zugehörigen Belege für einen bestimmten Geschäftsvorgang.
Bei einem Streckenauftrag ist der erste Folgebeleg im Belegfluss die Bestellung mit der darin enthaltenen Streckenposition. Über die Option Beleg anzeigen für die Bestellung können Sie alle Wareneingangs- und Rechnungseingangsbuchungen und deren Werte für diese Bestellung prüfen.
Die an den Kunden ausgestellten Fakturen und alle zugehörigen Buchhaltungsbelege werden ebenfalls im Belegfluss aufgeführt.

Die obige Abbildung zeigt die Kontobuchungen, die das System beim Anlegen einer Kundenfaktura ausführt.