Konditionsart PI01
Zusätzlich zum Bruttoverkaufspreis mit der Konditionsart PR00 wird der buchungskreisübergreifende Preis in der Faktura für den Endkunden ermittelt. Dazu verwendet das System die Konditionsart PI01. Wie im Kundenauftrag ist PI01 in der Rechnung für den Endkunden statistisch. Die Konditionsart hat also keinen Einfluss auf die Berechnung des Nettopreises, den der Endkunde für das Material bezahlen muss.
In der Faktura, die an den Endkunden gesendet wird, stellt PI01 die Kosten dar, die für die Rentabilitätsanalyse im verkaufenden Buchungskreis verwendet werden (in unserem Beispiel 90FR Frankreich).
Notiz
Interne Verrechnung
Mit dem Anlegen der Rechnung für den Endkunden wird die Auslieferung im Fakturavorrat der Verkaufsorganisation des liefernden Buchungskreises eingetragen (in unserem Beispiel 1010 Deutschland). Eine interne Rechnung (d.h. eine interne Verrechnung) wird im Buchungskreis des liefernden Werks (in unserem Beispiel 1010 Deutschland) angelegt und an den verkaufenden Buchungskreis (in unserem Beispiel 90FR Frankreich) gesendet. Diese Rechnung verwendet den buchungskreisübergreifenden Preis (PI01) für die Fakturierung. Die Verkaufsorganisation 1010 in unserem Beispiel legt die interne Rechnung an, die im liefernden Buchungskreis (1010 Deutschland) gebucht wird.
Sie ordnen die für interne Verrechnungen zuständige Verkaufsorganisation im Customizing dem Auslieferungswerk zu. Wie auch bei der Rechnung für den Endkunden erfolgt die Fakturierung mit Bezug auf die Auslieferung. Wenn Sie die zu fakturierenden Belege auswählen, müssen Sie das Kennzeichen Interne Verrechnung z.B. in der Transaktion VF04 (Fakturavorrat bearbeiten) setzen, die auch als Kachel im SAP Fiori Launchpad für einen Endbenutzer verfügbar ist.

Mit dem Anlegen der Rechnung für den Endkunden im verkaufenden Buchungskreis wird die Auslieferung im Fakturavorrat der zuständigen Verkaufsorganisation des liefernden Buchungskreises fortgeschrieben.
Hinweis
Im SAP-Hinweis 38501 wird die Systemmodifikation beschrieben, die erforderlich ist, wenn Sie die interne Verrechnung vor dem Anlegen der Faktura für den Endkunden durchführen möchten. Dieser Hinweis gilt sowohl für SAP ERP als auch für SAP S/4HANA.
Die Fakturaart IV wird als Standardfakturaart für die buchungskreisübergreifende interne Rechnung in SAP S/4HANA verwendet. Diese Fakturaart wird aufgrund einer Einstellung in der Belegart des Terminauftrags (TA) vorgeschlagen.
Der Regulierer der internen Rechnung ist der Buchungskreis der Verkaufsorganisation, die den Kundenauftrag für den Endkunden angelegt hat.
Aus diesem Grund müssen Sie im liefernden Buchungskreis (in unserem Beispiel 1010 Deutschland) einen Geschäftspartnerstammsatz (Rolle FI Debitor) anlegen. In diesem Geschäftspartnerstammsatz erfassen Sie die für die Fakturierung relevanten Daten. Abschließend ordnen Sie diesen Geschäftspartner der Verkaufsorganisation des verkaufenden Buchungskreises zu (in unserem Beispiel 90FR Frankreich). Dies erfolgt im Customizing der internen Verrechnung (Feld KundenNrIV).
Der Buchungskreis, in dem die interne Rechnung gebucht wird, entspricht dem Buchungskreis, dem das Lieferwerk zugeordnet ist.
Im Customizing der internen Verrechnung ordnen Sie dem Lieferwerk den Vertriebsbereich zu, in dem die interne Rechnung angelegt wird (Felder VOrgIV, VtwIV und SpIV). Dieser Vertriebsbereich wird als Vertriebsbereich für die interne Verrechnung oder als IV-Vertriebsbereich bezeichnet.
Hinweis
Dieser Vertriebsbereich wird auch für Umlagerungsprozesse mit Umlagerungsbestellungen verwendet.
Notiz
Geschäftspartnerstammsatz
Wie oben erwähnt, übernimmt die Verkaufsorganisation im verkaufenden Buchungskreis (d.h. die, für die der Kundenauftrag für den Endkunden erfasst wurde) die Rolle des Regulierers für die interne Verrechnung.
Damit eine interne Rechnung angelegt werden kann, muss ein Geschäftspartnerstammsatz für diesen Regulierer existieren.

Der Geschäftspartnerstammsatz muss mindestens alle für einen Regulierer erforderlichen Informationen enthalten (Adresse und Abstimmkonto, z.B. mit der Rolle FI Debitor). In diesem Stammsatz (Rolle Kunde) hinterlegen Sie auch die Währung, in der die interne Verrechnung durchgeführt wird. Die Buchungskreisdaten sind für den liefernden Buchungskreis (in unserem Beispiel 1010 Deutschland) hinterlegt. Für den Vertriebsbereich der internen Verrechnung werden Vertriebsbereichsdaten erfasst (Verkaufsorganisation IV, Vertriebsweg IV, Sparte IV).
Preiskonditionen in der internen Rechnung
Die Konditionsart PR00 in der internen Rechnung zeigt den Materialpreis beim Verkauf an einen Endkunden an. Sie ist in der internen Rechnung inaktiv, da keine Rechnung an einen Endkunden gestellt wird.
Die Konditionsart IV01 stellt den Preis der internen Faktura dar, den der Regulierer (d.h. der verkaufende Buchungskreis) bezahlen muss. Sie wird mit Bezug auf die Konditionsart PI01 ermittelt und zeigt den Betrag, den der liefernde Buchungskreis (in unserem Beispiel 1010 Deutschland) vom zahlenden Buchungskreis (in unserem Beispiel 90FR Frankreich) erhalten soll. Sie können die Konditionsart IV02 mit Bezug auf die Konditionsart PI02 verwenden, um den buchungskreisübergreifenden Preis als Prozentsatz des Nettorechnungsbetrags für den Endkunden zu berechnen.
Für den liefernden Buchungskreis stellt die Konditionsart IV01 den Umsatzerlös dar. Für diesen Buchungskreis werden die Kosten mit der Konditionsart VPRS dargestellt, die auf dem Bewertungspreis des Materials basiert.

Daher werden in der buchungskreisübergreifenden Verkaufsabwicklung zwei debitorische (d.h. ausgehende) Rechnungen angelegt:
Eine Rechnung für den Kunden (Standardfaktura)
Eine interne Rechnung für den verkaufenden Buchungskreis (interne Verrechnung)
Ein interner Preis, der von den liefernden und verkaufenden Buchungskreisen vereinbart wurde, wird sowohl in der Faktura für den Endkunden (als statistisch: die Kosten für den verkaufenden Buchungskreis) als auch in der internen Rechnung (nicht statistisch: dies muss der verkaufende Buchungskreis an den liefernden Buchungskreis zahlen) angezeigt. In der Rechnung für den Endkunden stellt dieser Preis die Kosten für die Ergebnis- und Marktsegmentrechnung im verkaufenden Buchungskreis dar.
In der Rechnung, die der verkaufende Buchungskreis erhält, stellt dieser interne Preis den Umsatzerlös für die Ergebnis- und Marktsegmentrechnung des liefernden Buchungskreises dar.
Um dieser Doppelfunktion gerecht zu werden, arbeitet das System mit zwei verschiedenen Kalkulationsschemata.
Die Preisfindung im buchungskreisübergreifenden Kundenauftrag und in der Rechnung für den Endkunden verwendet das Standardkalkulationsschema (RVAA01). Die Preisfindung in der internen Rechnung verwendet ein separates Kalkulationsschema für die interne Verrechnung (in unserem Schulungssystem wurde dieses Verfahren angepasst und heißt IC_680 (Interne Verrechnung S4680). Selbstverständlich können Sie in Ihrem eigenen System ein eigenes Verfahren konfigurieren, das auf Ihre besonderen Anforderungen zugeschnitten ist.
Notiz
Kalkulationsschema der internen Rechnung
Notiz
Zusammengefasst ergibt sich die Tatsache, dass die Konditionsarten PI01 und IV01 die gleichen Konditionswerte haben, aus der Referenz auf die Konditionsart PI01, die in der Definition der Konditionsart IV01 hinterlegt ist. Dabei stellt die Konditionsart PI01 die Kosten für den verkaufenden Buchungskreis und die Konditionsart IV01 den Umsatzerlös für den liefernden Buchungskreis dar. Die Verwendung zweier verschiedener Konditionsarten ist daher erforderlich, damit die Weiterleitung an die Ergebnis- und Marktsegmentrechnung (Komponente CO-PA) korrekt erfolgt.

Das Kalkulationsschema für die interne Rechnung wird anhand des in der Fakturaart IV hinterlegten Belegschemas, des dem Auslieferungswerk zugeordneten Vertriebsbereichs für die interne Verrechnung und des im Geschäftspartnerstammsatz des ermittelten Regulierers hinterlegten Kundenschemas ermittelt.