Die Erfassung und Prüfung einer Eingangsrechnung zu einer Lohnbearbeitungsbestellung erfolgt genauso wie bei einer Normalbestellung. Bei der Analyse der bebuchten Konten in SAP S/4HANA Finance gibt es auch viele Ähnlichkeiten. Bei Preisabweichungen müssen Sie jedoch bei der Buchung der Rechnung zusätzliche Kontobuchungen vornehmen.
Die Rechnung für eine Lohnbearbeitungsbestellposition umfasst nur die Kosten für die Lohnbearbeitungsleistung, die der Lohnbearbeiter für diese Position erbracht hat. Die Kosten für diese Dienstleistung ergeben zusammen mit dem Wert der verbrauchten Komponenten den Bewertungspreis, mit dem das Lohnbearbeitungsmaterial (d.h. das Fertigerzeugnis) bewertet wird.
Wenn der Lohnbearbeiter Mehr- oder Minderverbräuche von Komponenten nach der Wareneingangsbuchung meldet, müssen Sie eine Nachverrechnung durchführen. Die Nachverrechnung führt zu einer Bewertungsanpassung des Lohnbearbeitungsmaterials (nur bei Materialien, die mit einem gleitenden Durchschnittspreis bewertet werden (Feld Preisstrg (Preissteuerung) in der Sicht Buchhaltung 1 des Materialstammsatzes des Fertigerzeugnisses).
Im Folgenden sind die Kontobuchungen beim Wareneingang zur Lohnbearbeitungsbestellposition dargestellt.

Die dargestellten Buchungen gelten auch für ein Halbfabrikat mit gleitendem Verrechnungspreis. Bei der Zugangsbuchung auf dem Bestandskonto des bestellten Materials (z.B. des Halbfabrikats) werden die Kosten, die der Lohnbearbeiter für seine erbrachten Leistungen in Rechnung stellen wird, und die Werte der eingesetzten Komponenten gebucht. Die Gegenbuchung erfolgt auf dem WE/RE-Verrechnungskonto.
Für Materialien mit Standardbewertungspreis (Feld Preisstrg (Preissteuerung) in der Sicht Buchhaltung 1 des Materialstammsatzes des Fertigerzeugnisses) müssen Sie festlegen, ob Sie den Wareneingang mit oder ohne Preisdifferenzen buchen möchten.
Dies können Sie im Customizing der Bestandsführung (IM) konfigurieren. In der Standardeinstellung des SAP-S/4HANA-Systems werden keine Preisdifferenzen gebucht. Navigieren Sie im Customizing zu SAP Customizing Einführungsleitfaden→Materialwirtschaft→Bestandsführung und Inventur→Wareneingang→Preisdifferenzen zu Lohnbearbeitungsbestellungen bei Wareneingang.
Pro Bewertungskreis (d.h. Werk) können Sie das Kennzeichen PreisDiffWELB setzen. Wenn Sie das Kennzeichen setzen, bedeutet dies, dass eine Preisdifferenzenbuchung erfolgt, wenn der Standardpreis vom Wert der erbrachten Leistung zuzüglich des Werts der Komponenten und Bezugsnebenkosten abweicht.

Die obige Abbildung zeigt Buchungen beim Rechnungseingang für eine Lohnbearbeitungsbestellposition. Bei einer Abweichung zwischen Bestell- und Rechnungspreisen erfolgt eine Buchung auf das Bestandskonto für das bestellte Material (z.B. ein Halbfabrikat). Auch dies gilt nur für ein Material, das mit einem gleitenden Durchschnittspreis bewertet wird. Wir gehen davon aus, dass noch genügend Bestand vorhanden ist, auf den diese Differenz realistisch gebucht werden kann (Bestandsreichweite).
Diese Abweichung wird auch auf ein Gegenkonto gebucht (Folie Bestandsveränderung/Herstellkosten). Da die Abweichung bezahlt werden muss, sehen Sie auch eine Buchung auf das Lieferantenkonto und das entsprechende Gegenkonto (Folie Fremdleistungskonto).
Bei der Darstellung der Buchungen wurde hier auf die Vorsteuerbuchungen verzichtet.
Notiz