Streckenabwicklung ausführen
Buchungskreisübergreifenden Verkaufsprozess ausführen
Buchungskreisinterne Umlagerung durchführen
Buchungskreisübergreifende Umlagerung durchführen
Arbeiten mit der Lohnbearbeitung
Retourenabwicklung in SAP S/4HANA ausführen
Identifizieren von Kontobuchungen für Procure-to-Pay und Order-to-Cash

Verwenden einer Umlagerungsbestellung für eine buchungskreisübergreifende Umlagerung

Objective

After completing this lesson, you will be able to eine Umlagerungsbestellung für eine buchungskreisübergreifende Umlagerung anlegen

Merkmale eines buchungskreisübergreifenden Umlagerungsprozesses

Notiz

Im folgenden Video erfahren Sie mehr über ein Beispiel für einen buchungskreisübergreifenden Umlagerungsprozess:

Der Prozess für eine buchungskreisübergreifende Umlagerung wird mit einer normalen Bestellung (Belegart NB im Standardsystem von SAP S/4HANA), einer Auslieferung zum Auslösen von Versandaktivitäten und einer (internen) Verrechnung ausgeführt, da zwei Buchungskreise am Prozess beteiligt sind.

Es gibt einige Ähnlichkeiten zwischen dem buchungskreisübergreifenden Umlagerungsprozess und dem buchungskreisinternen Umlagerungsprozess:

  • Die Umlagerung von Bestand aus einem Werk in ein anderes kann mithilfe eines Bestellbelegs überwacht werden.

  • Für beide Prozessvarianten werden im Bestellbeleg Versanddaten ermittelt, um eine Auslieferung für den Versand anlegen zu können.

  • Bestellanforderungspositionen können in beiden Prozessvarianten verwendet werden (z.B. automatisch durch einen Materialbedarfsplanungslauf (MRP-Lauf) generiert). Sowohl Bestellanforderungs- als auch Bestellpositionen sind in beiden Werken planungs- und terminierungsrelevant.

Bei einer buchungskreisübergreifenden Umlagerung werden Funktionen aus SAP S/4HANA Sales und SAP S/4HANA Procurement verwendet:

  • Der Buchungskreis des Empfangswerks kauft Material vom Buchungskreis des Lieferwerks ein.

    Diese Variante des Beschaffungsprozesses umfasst Bestellanforderungen (optional), Bestellungen, Wareneingänge und Rechnungseingänge.

  • Im Gegensatz zu einem normalen Verkaufsprozess beginnt der buchungskreisübergreifende Umlagerungsprozess nicht mit einem Kundenauftrag. Eine Bestellung aus dem anfordernden Buchungskreis wird verwendet, um Folgeprozessschritte auszulösen: Auslieferungserstellung für den Versand und auch (interne) Fakturierung.

Notiz

Ein buchungskreisübergreifender Umlagerungsprozess wird mit der Belegart NB ausgeführt. Ein buchungskreisinterner Umlagerungsprozess verwendet die Belegart UB (Umlagerungs- bestellung).

Einkauf und Verkauf des umzulagernden Materials erfolgen mit einem internen Verkaufspreis. In der internen Verrechnung stellt die Konditionsart IV01 (buchungskreisübergreifender Preis) die Standardkonditionsart für diesen internen Verkaufspreis dar.

Die Merkmale einer Umlagerungsbestellung für eine buchungskreisübergreifende Umlagerung unterscheiden sich in verschiedenerlei Hinsicht von denen einer buchungskreisinternen Umlagerung. Ein Beispiel:

Während der Umlagerung erfolgt die Preisfindung sowohl in SAP S/4HANA Sales als auch in SAP S/4HANA Procurement:

  • In SAP S/4HANA Procurement wird der Preis für das Material auf die gleiche Weise ermittelt wie bei einer normalen Bestellung. Es ist z.B. möglich, einen Einkaufsinfosatz für die Preisfindung zu verwenden.

  • In SAP S/4HANA Sales wird der Preis beim Anlegen der internen Verrechnung ermittelt.

Buchhaltungsbelege werden in den folgenden Prozessschritten angelegt:

  • Warenausgang:

    Die Warenausgangsbuchung für die Auslieferung erfolgt im Lieferwerk. Sie wird mit dem aktuellen Bewertungspreis des Materials im Lieferwerk bewertet.

  • Wareneingang:

    Der Wareneingang des Materials im Empfangswerk wird anhand des Bestellpreises bewertet, wenn der Wareneingang vor dem Rechnungseingang gebucht wird. Andernfalls wird er mit dem Preis aus der Eingangsrechnung bewertet.

  • Fakturierung:

    Die an den empfangenden Buchungskreis (Regulierer) gesendete interne Verrechnung wird mit einem internen Verkaufspreis ausgegeben.

  • Rechnungseingang:

    Die Eingangsrechnung des liefernden Buchungskreises wird im empfangenden Buchungskreis mit diesem internen Verkaufspreis erfasst und gebucht.

Prozessübersicht

Im Gegensatz zu einer buchungskreisinternen Umlagerung gehören die beiden am buchungskreisübergreifenden Umlagerungsprozess beteiligten Werke zu zwei verschiedenen Buchungskreisen. In diesem Kapitel wird der buchungskreisübergreifende Umlagerungsprozess mithilfe einer Bestellung (die als Umlagerungsbestellung fungiert) mit einer Auslieferung ausgeführt, um die erforderlichen Versandaktivitäten auszulösen, sowie über eine interne Verrechnung.

Notiz

Im Verlauf dieses Kurses werden die Begriffe buchungskreisübergreifende Umlagerung und buchungskreisübergreifende Umlagerung synonym verwendet.

Notiz

Im folgenden Video erfahren Sie mehr über den buchungskreisübergreifenden Umlagerungsprozess:
Ein Flussdiagramm, das den buchungskreisübergreifenden Transaktionsprozess zwischen Organisationen in Frankreich und Deutschland darstellt. Der Ablauf besteht aus fünf Schritten: 1) Umlagerungsbestellung, 2) Lieferung/Warenausgang, 3) Interne Verrechnung, 4) Wareneingang und 5) Eingangsrechnung. Auf der linken Seite unter der Bezeichnung Frankreich befinden sich mehrere Felder mit den folgenden Informationen: Buchungskreis (Bukrs) mit der Bezeichnung 90FR, Werk mit der Bezeichnung FR00, Einkaufsorganisation (EKOrg) mit der Bezeichnung 90FR, Verkaufsorganisation (VkOrg) mit der Bezeichnung 90FR, Vertriebsweg (VTW) mit der Bezeichnung 10 und der Sparte mit der Bezeichnung 00, zusammen mit einem Bild mit der Bezeichnung 00. Der Kunde ist als Kunde C680-FR00 gekennzeichnet. Auf der rechten Seite sind unter dem Label Deutschland ähnliche Boxen mit folgenden Informationen vorhanden: Bukrs 1010, Werk 1010, EkOrg 1010, VkOrg 1010, Vtw 11, Sparte 00, neben einem Bild des Reichstagsgebäudes in Berlin, Deutschland. Der Lieferant ist als „Lieferant BP1010“ gekennzeichnet. Pfeile veranschaulichen die Flussreihenfolge zwischen den beiden Parteien.

Die obige Abbildung zeigt die Einrichtung der Organisationsstruktur, die für eine buchungskreisübergreifende Umlagerung erforderlich ist. Sie sehen, dass tatsächlich zwei Buchungskreise beteiligt sind.

Eine Umlagerungsbestellung für einen buchungskreisübergreifenden Umlagerungsprozess

Um mit der buchungskreisübergreifenden Umlagerung zu beginnen, geben Sie im Einkauf eine Umlagerungsbestellung für das Empfangswerk ein. Gegebenenfalls kann dies mit Bezug zu einer Bestellanforderung erfolgen. Sollte das sinnvoll sein, können Sie hier auch mit einem Lieferplan arbeiten.

In einem buchungskreisübergreifenden Szenario wird eine Lieferanten-Kunden-Beziehung mit allen entsprechenden Belegen verwendet. Die Umlagerungsbestellung wird wie eine Normalbestellung angelegt. Die Vorschlagsbestellart für diese Bestellung ist NB (Normalbestellung).

Im Customizing des Einkaufs können Sie einstellen, ob eine Warn- oder Fehlermeldung ausgegeben wird, wenn Sie eine Bestellart eingeben, die für das jeweilige Szenario nicht geeignet ist (in diesem Fall z.B. Belegart UB).

Die Umlagerungsbestellung wird in der Materialbedarfsplanung (MRP) des Lieferwerks und auch des Empfangswerks berücksichtigt.

Abhängig von den Einstellungen im System (also Terminierung durchführen „Ja/Nein") kann (mit Hilfe einer Verfügbarkeitsprüfung im Lieferwerk) ermittelt werden, ob die angeforderten Waren rechtzeitig verfügbar sind.

Im Unterschied zur buchungskreisinternen Umlagerung wird bei der buchungskreisübergreifenden Umlagerung mit Auslieferung und interner Verrechnung nicht die Bestellart UB für die Umlagerungsbestellung verwendet.

Für eine buchungskreisübergreifende Umlagerung legen Sie eine Normalbestellung (Belegart NB) ohne speziellen (Einkaufs-)Positionstyp an. Für eine buchungskreisinterne Umlagerungsbestellung verwenden Sie dagegen den (Einkaufs-)Positionstyp U. Für eine buchungskreisübergreifende Umlagerung legen Sie eine Normalbestellung (Belegart NB) ohne speziellen (Einkaufs-)Positionstyp an. Für eine buchungskreisinterne Umlagerungsbestellung verwenden Sie dagegen den (Einkaufs-)Positionstyp U (Umlagerung). Das Bild ist ein Side-by-Side-Vergleich von Bestellinformationen für buchungskreisinterne und buchungskreisübergreifende Vorgänge. Auf der linken Seite enthält der Bestellabschnitt unter „Buchungskreisintern“ „Auftragsart: UB“, „Positionstyp: U“, „Werk: 1400“ und „Lieferwerk: 1010“. Auf der rechten Seite wird im buchungskreisübergreifenden Abschnitt Auftragsart: NB, Positionstyp: (leer), Werk: FR00 und Lieferant: BP1010 angezeigt. Darüber hinaus gibt es ein kleines Bild eines Gebäudes mit dem Bezeichner „Werk 1010“ in der unteren rechten Ecke.

Für eine buchungskreisübergreifende Umlagerung legen Sie eine Normalbestellung (Belegart NB) ohne speziellen (Einkaufs-)Positionstyp an. Für eine buchungskreisinterne Umlagerungsbestellung verwenden Sie dagegen den (Einkaufs-)Positionstyp U (Umlagerung).

Für die Belegart NB ist die Eingabe eines Lieferanten erforderlich. Das Lieferwerk wird diesem Lieferanten im Geschäftspartnerstammsatz des Lieferanten zugeordnet. Wird beim Anlegen einer Umlagerungsbestellung ein Lieferant eingegeben, wird dadurch das (Liefer-)Werk aus diesem Geschäftspartnerstammsatz automatisch in die Umlagerungsbestellung übernommen.

Wenn Sie eine Umlagerungsbestellung mit der Bestellart UB anlegen (wie bei einer buchungskreisinternen Umlagerungsbestellung), geben Sie das Lieferwerk direkt in der Umlagerungsbestellung selbst an, und es wird kein Geschäftspartnerstammsatz (Lieferant) für das Lieferwerk benötigt.

In der Umlagerungsbestellposition selbst (sowohl bei einer Bestellung des Typs UB als auch bei einer NB-Bestellung) müssen Sie immer das Empfangswerk angeben.

Wenn Sie einen Umlagerungsprozess mit einer Normalbestellung ausführen, wird ein beteiligtes Material vom abgebenden Werk nicht zu dem Bewertungspreis ausgegeben, der im Materialstammsatz hinterlegt ist. Stattdessen wird der Preis des umzulagernden Materials für das abgebende und das empfangende Werk über die in der Preisfindung verwendeten Stammsätze (Preiskonditionen) festgelegt.

Sie können einen Einkaufsinfosatz verwenden, um den Bestellpreis für ein Material zu pflegen, das an das Empfangswerk und den Empfangsbuchungskreis übertragen wird. Sie legen diesen Einkaufsinfosatz für den Lieferanten an, der dem Lieferwerk im Geschäftspartnerstammsatz dieses Lieferanten zugeordnet ist.

Vorbereitungen für buchungskreisübergreifende Umlagerungsbestellungen ausführen

Um die Ausführung der Vorbereitungen für buchungskreisübergreifende Umlagerungsbestellungen zu üben, rufen Sie die folgende Simulation auf:

Umlagerungsbestellung für eine buchungskreisübergreifende Umlagerung anlegen

Um das Anlegen einer Umlagerungsbestellung für eine buchungskreisübergreifende Umlagerung zu üben, rufen Sie die folgende Simulation auf:

Zusammenfassung

  • Im Gegensatz zu einer buchungskreisinternen Umlagerung gehören die beiden am buchungskreisübergreifenden Umlagerungsprozess beteiligten Werke zu zwei verschiedenen Buchungskreisen.
  • Der Prozess für eine buchungskreisübergreifende Umlagerung wird mit einer normalen Bestellung (Belegart NB im Standardsystem von SAP S/4HANA), einer Auslieferung zum Auslösen von Versandaktivitäten und einer (internen) Verrechnung ausgeführt, da zwei Buchungskreise am Prozess beteiligt sind. Die Umlagerungsbestellung wird in der Materialbedarfsplanung (MRP) des Lieferwerks und auch des Empfangswerks berücksichtigt.
  • In einem buchungskreisübergreifenden Umlagerungsprozess werden Funktionen aus SAP S/4HANA Sales und SAP S/4HANA Procurement verwendet.
  • Einkauf und Verkauf des umzulagernden Materials erfolgen mit einem internen Verkaufspreis. In der internen Verrechnung stellt die Konditionsart IV01 (buchungskreisübergreifender Preis) die Standardkonditionsart für diesen internen Verkaufspreis dar.
  • Die an den empfangenden Buchungskreis (Regulierer) gesendete interne Verrechnung wird mit einem internen Verkaufspreis ausgegeben. Die Eingangsrechnung des liefernden Buchungskreises wird im empfangenden Buchungskreis mit diesem internen Verkaufspreis erfasst und gebucht.