Die Stammdaten haben einen wesentlichen Einfluss auf Verkaufsbelege. In dieser Lektion fassen wir wichtige Aspekte des Geschäftspartnerkonzepts und des Kundenstammkonzepts in SAP S/4HANA Sales zusammen. In SAP S/4HANA wird zwischen Geschäftspartner-Stammdaten und Kundenstammdaten unterschieden, da jeder Kunde ein Geschäftspartner ist, aber nicht jeder Geschäftspartner ein Kunde sein muss.
Kundenstammkonzept für Verkaufsbelege
In einem Verkaufsbeleg verwenden Sie vier obligatorische sogenannte Partnerrollen: Auftraggeber, Warenempfänger, Regulierer und Rechnungsempfänger. Zusätzlich zu den vier obligatorischen Partnerrollen können Sie eigene Partnerrollen anlegen und diese in einem Verkaufsbeleg verwenden.
Sehen Sie sich das Video an, und fassen Sie das Konzept der Kundenstammdaten und die Ermittlung der wesentlichen Partnerfunktionen in SAP S/4HANA Sales zusammen.
Wie im Video beschrieben, haben Geschäftspartner in Verbindung mit Ihrem Unternehmen unterschiedliche Partnerrollen. Sie verwenden Partnerrollen, um die Rechte und Verantwortlichkeiten jeder Partnerart in einem Geschäftsvorgang zu definieren. Wenn Sie z.B. Waren verkaufen oder bestellen, können Ihre Geschäftspartner Partnerrollen wie Auftraggeber, Warenempfänger, Rechnungsempfänger und Regulierer übernehmen.
Verschiedene Geschäftspartner können eine oder mehrere Partnerrollen ausführen. Aus diesem Grund können Sie einzelnen Geschäftspartnern eine Reihe von Partnerrollen zuordnen. Sie verwalten Daten zu Geschäftspartnern in Stammsätzen. Daten zu Partnerrollen werden in diesen Stammsätzen gespeichert und in der Finanzbuchhaltung und Logistik als Debitoren- oder Kreditorenstammdaten verwendet.
Ein Geschäftspartner kann gleichzeitig Kunde und Lieferant sein, wenn Ihr Kunde z.B. auch Waren an Sie liefert oder wenn ein Lieferant auch einer Ihrer Kunden ist. In diesem Fall müssen Sie einen Debitorenstammsatz und einen Kreditorenstammsatz für den Geschäftspartner anlegen. Sie können eine Verbindung zwischen den beiden Stammsätzen herstellen, indem Sie die Lieferantennummer im Debitorenstammsatz und die Kundennummer im Lieferantenstammsatz eingeben.
SAP-Geschäftspartner in SAP S/4HANA pflegen
Bei der Pflege von Geschäftspartnern (GPs) verwenden Sie das allgemeine Geschäftspartnerkonzept, das in der folgenden Grafik dargestellt ist.

Mit der Geschäftspartnerrolle können Sie eine Geschäftsklassifizierung eines Geschäftspartners ausführen. Die Grundlage für die Definition einer Geschäftspartnerrolle ist ein Geschäftsvorfall. Die Attribute der Geschäftspartnerrolle hängen vom jeweiligen Vorfall ab. Die Daten, die für einen Vorfall zur Verfügung stehen, hängen auch vom Geschäftspartnertyp ab.
Sie können Ihre Geschäftspartner zentral für verschiedene Geschäftsvorfälle anlegen und verwalten. Dies ist von grundlegender Bedeutung, wenn ein Geschäftspartner unterschiedliche Rollen für ein Unternehmen wie z.B. Auftraggeber und Warenempfänger spielt. Sie können einen Geschäftspartner mit unterschiedlichen Geschäftspartnerrollen anlegen. Der Geschäftspartner kann im Verlauf der Geschäftsbeziehung noch weitere Geschäftspartnerrollen annehmen. Sie müssen die allgemeinen Daten, die unabhängig von der Geschäftspartnerrolle oder von anwendungsspezifischen Erweiterungen sind, nicht erneut für diesen Geschäftspartner anlegen. Damit wird verhindert, dass Daten mehrfach angelegt und gespeichert werden.
Die folgende Abbildung zeigt, welche Daten Sie beim Anlegen eines neuen Geschäftspartners pflegen müssen. Zunächst müssen Sie den Geschäftspartnertyp und die Geschäftspartnergruppierung ermitteln und dann eine oder mehrere Geschäftspartnerrollen auswählen.
Geschäftspartnertyp:
Beim Anlegen eines Geschäftspartners müssen Sie einen Geschäftspartnertyp auswählen. Der Geschäftspartnertyp klassifiziert einen Geschäftspartner als natürliche Person (Privatperson), eine Organisation (juristische Person oder Teil einer juristischen Person, wie z.B. eine Abteilung) oder eine Gruppe (Zusammenstellung von mehreren Personen als eine Gruppe, wie z.B. ein Ehepaar, eine Familie oder eine Gruppe in einem gemeinsamen Haushalt). Es kann nur ein Geschäftspartnertyp angelegt werden, und dieser kann zu einem späteren Zeitpunkt nicht mehr geändert werden.
Der Geschäftspartnertyp legt die Felder fest, in die der Benutzer Daten eingeben kann. Wenn Sie z.B. einen Geschäftspartner als Organisation anlegen möchten, muss in eines der Felder die Rechtsform eingegeben werden, während beim Anlegen eines Geschäftspartners als Person der Vorname, weitere Namen, das Geschlecht usw. eingegeben werden muss. Sie können keinen eigenen Geschäftspartnertyp anlegen; sie sind von SAP fest programmiert.
- Organisation: Anrede, Name, Rechtsform, Branche, Rechtsträger
- Person: Anrede, Vor- und Nachname, weitere Namensbestandteile (z.B. Namenspräfixe und -zusätze und akademischer Titel), Geschlecht
- Gruppen: Anrede, zwei Namen, Partnergruppenart (Ehe, Wohngemeinschaft)
Geschäftspartnergruppierung:
- Die Informationen im Feld „Gruppierung" legen fest, ob und wie die Geschäftspartnernummer im Feld „Geschäftspartner" erfasst werden muss.
- Beim ersten Anlegen eines Geschäftspartners (GP) müssen Sie den GP-Typ und die Gruppierung angeben. Wenn Sie eine Gruppierung verwenden, der ein Nummernkreis mit externer Nummernvergabe zugeordnet wurde, müssen Sie eine Nummer in das GP-Feld eingeben. Bei interner Nummernvergabe lassen Sie dieses Feld leer.
Geschäftspartnerrolle:
- Die Grundlage für die Definition einer Geschäftspartnerrolle (GP-Rolle) ist ein Geschäftsprozess. Die Attribute der GP-Rolle hängen vom jeweiligen beteiligten Geschäftsprozess ab.
- GP-Rollen werden verwendet, um die Bildreihenfolge und Feldsteuerung der Geschäftspartner-Stammdaten zu bestimmen. Sie können einen GP mit einer oder mehreren GP-Rollen anlegen. Zentrale Daten, wie z.B. Name, Adresse und Bankverbindung, müssen nur einmal angelegt werden.
Wenn Sie einen Geschäftspartner in einem Verkaufsbeleg verwenden möchten, benötigen Sie einen Geschäftspartner, für den die Geschäftspartnerrolle Kunde gepflegt ist.
Wenn Sie den Kunden als Geschäftspartnerrolle pflegen, generiert das System automatisch die vier obligatorischen Partner, die im Verkauf im Hintergrund erforderlich sind. Dies wird insbesondere durch die Zuordnung der Geschäftspartnerrolle Debitorzu Kontengruppe gesteuert, die die Debitoren-/Kreditorenintegration ermöglicht.