In verschiedenen Branchen – insbesondere der Prozessindustrie – ist es erforderlich, im Laufe der gesamten logistischen Mengen- und Wertschöpfungskette mit homogenen Teilmengen eines Materials oder Produkts zu arbeiten.

Hierfür kann es u.a. folgende Gründe geben:
Gesetzliche Anforderungen:
Beispielsweise Richtlinien der GMP (Good Manufacturing Practice, bewährtes Herstellungsverfahren) oder Gefahrstoffverordnungen
Mängelverfolgung, Rückrufaktionen und Regresspflicht
Notwendigkeit einer differenzierten mengen- und wertbasierten Bestandsführung
Beispielsweise durch heterogene Ausbeute-/Ergebnisqualitäten oder ungleiche Inhaltsstoffe in der Produktion
Verwendbarkeitsunterscheidungen und deren Überwachung bei der Disposition im Vertrieb und in der Produktion
Produktions- oder verfahrenstechnische Anforderungen:
Zum Beispiel Materialmengenabrechnung auf Basis von unterschiedlichen Chargenspezifikationen
Eine Charge beschreibt eine Menge oder Teilmenge eines bestimmten Materials oder Produkts, die nach einheitlicher Rezeptur produziert wurde, und eine homogene, nicht reproduzierbare Einheit mit eindeutigen Spezifikationen darstellt.
Chargen werden in einem SAP-ERP-System zentral als Stammdaten verwaltet. Je nach SAP-EWM-Release verteilt das SAP-ERP-System Chargen über das Core Interface (CIF) oder über ein IDoc an alle angebundenen SAP-EWM-Systeme. Sie können Chargen auch im SAP-EWM-System anlegen und ändern. Chargenmerkmale beschreiben die technischen, physikalischen und/oder chemischen Eigenschaften einer Charge und werden im Klassensystem gespeichert.
Notiz

Notiz
Chargen in EWM
Chargenstammdaten sind auch im SAP-EWM-System verfügbar, sehen jedoch je nach SAP-EWM-System unterschiedlich aus.
In einem SAP-S/4HANA-basierten dezentralen EWM-System haben Sie dieselben Transaktionen wie in einem ERP-System. Es hängt vom SAP-S/4HANA-Release ab, ob Sie Chargen nur anzeigen können oder ob Sie Chargen auch mit den Standardtransaktionen anlegen und ändern können. Weitere Informationen finden Sie im SAP-Hinweis 2808143 - Übersicht: Chargenverwaltung, dezentrales EWM SAP S/4HANA.
In einem SCM-basierten dezentralen EWM-System steht Ihnen eine separate Transaktion zum Anzeigen, Pflegen oder Anlegen von Chargen zur Verfügung. Wählen Sie auf dem SAP-EWM- Index -Bild den Pfad Extended Warehouse Management→Stammdaten→Produkt→Chargen zum Produkt pflegen.
Wie im vorherigen Abschnitt beschrieben, ist in einem in SAP S/4HANA integrierten EWM keine separate Charge in EWM vorhanden.
Chargenebene
Die Chargenebene, d.h. die Ebene, auf der die Charge eindeutig identifizierbar ist, können Sie in SAP ERP auf unterschiedlichen Ebenen einstellen.
Werksebene:
Die Chargennummer ist eindeutig in Verbindung mit Werk und Material.Materialebene:
Die Chargennummer ist eindeutig in allen Werken, die mit dem Material verknüpft sind.Mandantenebene:
Die Chargennummer ist eindeutig im gesamten Mandanten. Eine Chargennummer kann im Mandanten nur einmal vergeben werden. Sie können keine Zuordnung der gleichen Chargennummer für unterschiedliche Materialien vornehmen.
SAP EWM unterstützt alle verschiedenen Chargenebenen.


