Alle Bewegungsdaten, sowohl in ERP als auch in SAP EWM, verwenden Stammdaten. Stammdaten, wie z.B. Kunde, Lieferant und Material, sind Daten, die nur einmal und so weit wie möglich an einer zentralen Stelle gepflegt werden sollten.
Im Allgemeinen werden Stammdaten im ERP-System gepflegt. Bei einem eingebetteten EWM verwendet SAP EWM diese Stammdaten wieder, und es ist unter Umständen nur erforderlich, die Stammdaten mit lagerspezifischen Informationen zu erweitern. Bei einem dezentralen EWM müssen die Stammdaten vom ERP-System an SAP EWM verteilt werden.

Werk, Versandstelle, Kundenstamm und Lieferantenstammdaten werden vom ERP-System und von SAP EWM verwendet. Die Stammdaten in SAP EWM entsprechen jedoch nicht den Stammdaten im ERP-System. Bei der Übertragung werden die relevanten ERP-Stammdaten auf die entsprechenden SAP-EWM-Lokationen und -Geschäftspartner kopiert. Supply-Chain-Units sind eine Teilmenge der Informationen einer Lokation und werden für SAP-EWM-Zwecke benötigt.
Materialstammdaten aus einem ERP-System werden in die Produktstammdaten in einem SAP-EWM-System übertragen. Die übertragenen Daten bestehen in erster Linie aus folgenden Arten von Informationen:
- Materialkurztexte
- Mengeneinheiten
- Material/Produkt-Kodierungsfelder, z.B.:
- Materialgruppe
- Gewichtsangaben
- Volumenangaben
Stammdatenübertragung zwischen ERP und dezentralem SAP EWM 9.5
Bis SAP EWM 9.5 erfolgte die Verteilung von Stammdaten aus dem ERP-System über das Core Interface (CIF). CIF wurde stets für die Verteilung von Daten an das SCM-basierte System eingesetzt und nur für Stammdaten für SAP EWM wiederverwendet.

Das ERP-System im vorherigen Bild kann ein SAP-Business-Suite-ERP-System oder ein SAP-S/4HANA-System sein. Supply-Chain-Units (SCUs) sind Objekte, die aus der SCM-Basis stammen und in SAP EWM für strukturelle Einstellungen (eine Lagernummer muss immer mit einer SCU verbunden sein) verwendet werden. Lokationen werden für die Routenfindung verwendet.
Stammdaten in SAP S/4HANA mit eingebettetem EWM
Im eingebetteten EWM ist eine Stammdatenverteilung nicht erforderlich. SAP EWM verwendet einfach die gemeinsamen Stammdaten aus ERP. Das SCM-Produkt wird automatisch im Hintergrund angelegt, SCUs müssen jedoch manuell angelegt werden.

Lokationen sind im eingebetteten EWM nicht automatisch vorhanden, können jedoch bei Bedarf angelegt werden.
Stammdatenübertragung zwischen ERP und dezentralem SAP S/4HANA EWM
Wenn das dezentrale SAP-EWM-System auf SAP S/4HANA basiert, kann das Core Interface nicht für die Stammdatenübertragung aus SAP ERP verwendet werden. Der Grund dafür ist, dass der SAP-EWM-Teil wiederum die Stammdaten im SAP-ERP-Teil des dezentralen Systems verwendet, genau wie ein eingebettetes EWM. Das CIF kann diese Stammdaten nicht anlegen, sondern nur SAP-SCM-basierte Stammdaten.
Aus diesem Grund werden die Stammdaten über ein ALE-Verteilungsmodell über IDocs oder über Services mit dem Datenreplikations-Framework (DRF) übertragen.

Für das initiale Release des dezentralen EWM mit SAP S/4HANA war die Verteilung nur mit einem ALE-Verteilungsmodell möglich. Diese Technologie wird schrittweise durch das DRF ersetzt.
Das Werk und die Supply-Chain-Units für das Lager und die Versandstellen müssen im dezentralen EWM manuell angelegt werden. Auch in einem dezentralen EWM basierend auf SAP S/4HANA sind Lokationen nicht automatisch vorhanden, können jedoch bei Bedarf angelegt werden.
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