Abhängig von der Menge und Vielfalt der Produkte, die Sie kaufen, verkaufen oder herstellen, haben Sie unterschiedliche Anforderungen bezüglich der Lagerung dieser Materialien, wie in den folgenden Beispielen dargestellt:
- Ein Bergbauunternehmen, das Erz fördert und direkt an ein Werk zur Weiterverarbeitung sendet, muss das Erz nicht lagern. Dieses Unternehmen benötigt kein Lager.
- Ein Unternehmen, das Erz für die Stahlherstellung verarbeitet, benötigt ein einfaches Lager, in dem der Stahl so lange lagert, bis er an einen Kunden verkauft wird.
- Ein Distributor, der Tausende Produkte zahlreicher Hersteller erhält und diese an Hunderte Kunden verteilt, benötigt dagegen ein komplexes Lager. In diesem Lager sollten u.a. die folgenden Aufgaben möglich sein:
- Verfolgung des eingegangenen Produkts
- Ermittlung der Lagerplätze für die Einlagerung des eingehenden Produkts
- Überwachung der aktuellen Bestandshöhen für die einzelnen Produkte
- Ermittlung der Lagerplätze, aus denen das Produkt kommissioniert werden soll (vor der Verteilung des Produkts)
- Verfolgung des verteilten Produkts
Warum wird ein Lagerverwaltungssystem eingesetzt?
Der Bestand muss effizient gelagert werden, um Kundenaufträge zu erfüllen und Rohstoffe für die Produktion bereitzustellen.
Die Lagerverwaltung umfasst die Verwaltung der Bestände und die Verwaltung der Plätze für Bestände. Die termingerechte Erfüllung von Kundenaufträgen ist für ein Unternehmen entscheidend. Auch wenn die Prognose des zukünftigen Bedarfs für Kundenaufträge schwierig ist, muss genügend Bestand für die Auftragserfüllung vorhanden sein.
Produktionsbetriebe verfolgen oft ein Just-In-Time-Modell, bei dem wenig Bestand im Lager geführt wird. Der Vorteil dieses Modells sind reduzierte Lagerkosten. Der Nachteil ist, dass der Bestand für die Produktionsanforderungen zur Erfüllung der Kundenaufträge nicht ausreichen könnte. Für ein erfolgreiches Unternehmen ist es jedoch äußerst wichtig, genügend Bestände vorrätig zu haben und eine solche Situation zu vermeiden.

Funktionen eines Lagerverwaltungssystems
Ein Lagerverwaltungssystem hat folgende Funktionen:
- Mengenmäßiges Verfolgen eines bestimmten Produkts oder Materials, das im Lager gelagert ist.
- Verfolgen der Lagerplätze, an denen ein bestimmtes Produkt oder Material gelagert ist.
- Steuern und Erfassen aller Warenbewegungen im Lager.
Außerdem kann ein Lagerverwaltungssystem die Effizienz des Lagers steigern. Es kann Werkzeuge zur Überwachung der Lageraktivitäten und zur Planung der Ressourcenanforderungen, z.B. Lagerpersonal, maschinelle Ressourcen usw., bereitstellen.
Große Lager mit vielen Lagerplätzen und vielen unterschiedlichen Waren benötigen ein Lagerverwaltungssystem, damit sie effizient sind und den Kundenbedarf decken können. Hier wird ein Lagerverwaltungssystem für Folgendes eingesetzt:
- Einlagerung von Waren, die im Lager ankommen. Das Lagerverwaltungssystem ermittelt einen verfügbaren und geeigneten Lagerplatz für die Einlagerung der Waren.
- Steuerung der Kommissionierung von Waren, die das Lager verlassen, z.B. um einen Auftrag zu erfüllen. Das Lagerverwaltungssystem ermittelt einen geeigneten und gefüllten Lagerplatz für das Kommissionieren der Waren.
Komplexe Lager
In komplexeren Lagern können zusätzliche Funktionen bereitgestellt werden, um weitere warenbezogene Informationen oder Dienstleistungen zu verwalten, z.B.:
- Serialnummer
- Chargennummer
- Mindesthaltbarkeit
- Vendor Managed Inventory (VMI)
- Yard-Management
- Logistische Zusatzleistungen (LZL)
Lager mit diesem Komplexitätsgrad sind u.a. in Distributionszentren oder bei Logistikdienstleistern zu finden. Wenn Lager die Verantwortung für logistische Zusatzleistungen (LZL) übertragen bekommen, z.B. die Verpackung, werden sie noch komplexer.
Wenn Sie mehr Informationen zu Ihrem Lager benötigen als die Bestandsmenge – ohne Angaben über den Ort des Bestands und sonstige Informationen –, dann benötigen Sie ein Lagerverwaltungssystem.







