Verwalten des Lagers

Objectives

After completing this lesson, you will be able to:
  • Verwenden Sie den Lagerverwaltungsmonitor.
  • Konfigurierten Kennzahlenservice anlegen
  • Legen Sie einen formelbasierten Kennzahlenservice (FKS) an.
  • Kennzahlenservices in das Lagercockpit integrieren
  • Planen Sie erstklassige Lagerprozesse.

Grundlagen des Lagerverwaltungsmonitors

Der SAP-EWM-Lagerverwaltungsmonitor ist ein zentrales Werkzeug, mit dem die Lagerleitung über die aktuelle Situation im Lager informiert bleibt. So kann die Lagerleitung entsprechend der aktuellen Situation im Lager Maßnahmen ergreifen.

Der Lagerverwaltungsmonitor verfügt darüber hinaus über Alert-Monitoring-Funktionen. Diese weisen die Lagerleiter auf tatsächliche und potenzielle Problemsituationen im Lager hin und stellen Werkzeuge zur Behandlung von Ausnahmen in problematischen Situationen bereit.

Das Werkzeug kann sehr flexibel eingestellt werden, und die angezeigten Informationen können erweitert werden. So können Sie z.B. benutzerdefinierte Knoten und Monitore anlegen. Die folgende Abbildung zeigt das grundlegende Bildlayout des Lagerverwaltungsmonitors.

Wiedervorlage des Bildaufbaus im Lagerverwaltungsmonitor.

Hinweis

Über Hotspots können Sie direkt in die Details des ausgewählten Objekts springen. Wenn hierfür kein neuer Modus geöffnet werden soll, verwenden Sie den Benutzerparameter „/scwm/monnav" = „X".

SAP-Lagerverwaltungsmonitor

Sie können den standardmäßigen SAP-Lagerverwaltungsmonitor verwenden oder Ihren eigenen Monitor im Customizing neu anlegen. Unabhängig davon, ob Sie den SAP-Standardmonitor oder einen eigenen verwenden, können Sie diesen Ihren Anforderungen entsprechend anpassen, indem Sie Knoten ausblenden oder basierend auf den Standardknoten neue Variantenknoten anlegen. Wenn Sie Variantenknoten anlegen, können Sie eigene Knoten anlegen, die auf den Standardknoten basieren, jedoch bestimmte Selektionskriterien oder ein bestimmtes Layout aufweisen.

Standardmäßig werden Objektinformationen als Listensicht angezeigt. Die Listensicht wird in einem SAP List Viewer (ALV) Grid angezeigt und bietet alle standardmäßigen ALV-Funktionen, einschließlich Sortieren, Filtern und Drucken. Sie können zur Formularsicht für ein ausgewähltes Objekt wechseln. Die Formularsicht bietet eine fokussierte Sicht des Objekts und enthält detailliertere Informationen als die Listensicht. Die Formularsicht wird in einem HTML-Viewer angezeigt. Weitere Optionen zum Anzeigen von Objektinformationen sind (abhängig von den installierten Plug-Ins oder Viewern):

  • Listausgabe (sehr „klassische" Darstellung)
  • Excel-Inplace
  • Crystal Reports

Es gibt verschiedene Möglichkeiten in SAP EWM, um über Alert-Situationen informiert zu werden:

  • Durch Alert-Knoten auf dem Lagerverwaltungsmonitor
  • Durch Alerts im SCM-Alert-Monitor

Der Alert-Knoten kann z.B. Lageraufgaben anzeigen, die innerhalb eines bestimmten Zeitraums nicht abgeschlossen wurden. Der Zeitparameter wird auf dem Selektionsbild des Knotens gesetzt.

Der Lagerverwaltungsmonitor wird häufig für die Anzeige von Bestandsmengen verwendet. Physische und verfügbare Bestände können mithilfe verschiedener Selektionsparameter im Knoten „Bestand und Platz" angezeigt werden. Im Lagerverwaltungsmonitor werden Bestände in den folgenden Orten angezeigt:

  • in Lagerplätzen
  • auf Ressourcen, z.B. Gabelstapler und HUs
  • in Transporteinheiten (TEs) im Yard
  • im Difference Analyzer in der Inventurverarbeitung.

Der Lagerverwaltungsmonitor bietet mehrere Methoden, die direkte Bearbeitungsschritte bieten. Diese können als Fallback oder in kleineren Lagern verwendet werden, in denen es nicht erforderlich ist, die dedizierten Transaktionen zu verwenden. Die Methoden hängen vom ausgewählten Objekt ab. Beispiele für Methoden sind:

  • Für Lageranforderungen (wie Anlieferungen oder Auslieferungsaufträge):
    • Wareneingang oder Warenausgang buchen
    • Lageraufgaben anlegen
  • Für Lageraufgaben oder Lageraufträge:
    • Quittierung oder Stornierung
    • Erstellungsprotokolle anzeigen
  • Für Lagerbestand:
    • Erstellung von Lageraufgaben für interne Bewegungen
    • Buchung von Bestandsänderungen

Layout des Lagerverwaltungsmonitors

Der Lagerverwaltungsmonitor ist in drei Abschnitte unterteilt:

Knotenhierarchiebaum: Der Knotenhierarchiebaum enthält alle vordefinierten Knoten. Diese Knoten stellen unterschiedliche Objektklassen dar. Der Hierarchiebaum dient der Navigation. Sie können den Baum zum Anzeigen von Informationen von einem ausgewählten Knoten im oberen rechten Bildschirmbereich verwenden. Diese Informationen können auf Selektionskriterien basieren. Der Lagerverwaltungsmonitor enthält Knoten für Objektklassen, die sich auf Folgendes beziehen:

  • Belege, wie z.B. Lageranforderungen (LANF), Lageraufträge (LA), Lageraufgaben (LB) und Inventurbelege

  • Prozesse, wie z.B. Bestand und Platz, sowie Ressourcenmanagementprozesse

  • Alerts, z.B. bei überfälligen Wellen und überfälligen Lieferungen ohne Warenausgang oder -eingang

Sie können außerdem die Anzeige des Hierarchiebaums ein- und ausschalten, um den gesamten Bildschirm für die anderen Abschnitte zu verwenden.

Oberer rechter Rahmen: Hier werden übergeordnete Daten auf dem Lagerverwaltungsmonitor angezeigt. Diese zeigen allgemeine Informationen über den ausgewählten Knoten an.

Unterer rechter Rahmen: Hier werden untergeordnete Daten auf dem Lagerverwaltungsmonitor angezeigt. Hier können Sie Detailinformationen zum übergeordneten Element anzeigen. Sie können Drill-Downs bis zur niedrigsten möglichen Informationsebene durchführen.

Kennzahlenservices

Analysen

Sie verwenden Kennzahlenservices, um eigene Kennzahlen für das Lager zu definieren, die vom System unterstützt werden. Ihre Kennzahlen können Sie mittels konfigurierter und formelbasierter Kennzahlenservices (KKS und FKS) zuordnen. Diese Werkzeuge starten Sie aus dem Programm „Kennzahlenservices starten". Sie können festlegen, dass das Programm regelmäßig ausgeführt wird.

Beispiele für Lagerkennzahlen:

  • Auslieferungen, die das Lager mehr als 24 Stunden zu spät verlassen haben

  • Anzahl offener Inventurbelege, die mehr als 24 Stunden alt sind

  • Anzahl der Handling Units im Wareneingang

Kennzahlenservices führen eine Abfrage durch und geben eine Kennzahl zurück. Es gibt Basis-, konfigurierte und formelbasierte Services. Diese können angelegt, von anderen SAP-EWM-Anwendungen verwendet und zu SAP BI extrahiert werden. Die (von der Abfrage) zurückgegebenen Kennzahlen werden in folgenden Funktionen verwendet:

  • Lagerverwaltungsmonitor zum Anlegen eines konfigurierten Kennzahlenservice (KKS) unter bestimmten Bedingungen

  • Operative Planung im Arbeitsmanagement und Berechnung der standardisierten Vorgabezeiten

  • Lagercockpit zur grafischen Überwachung der Ergebnisse

  • BI Content von Extended Warehouse Management

Die Basiskennzahlenservices (BKS) können nach fachlichen Anforderungen, z.B. Eingang, Ausgang, LZL und Transport, gruppiert werden.

SAP stellt BKS-Gruppen sowie mehrere einzelne BKS-Funktionen zur Verfügung. Ein BKS ist ein Funktionsbaustein, und Sie können zusätzliche BKS-Funktionen anlegen.

Konfigurierter Kennzahlenservice (KKS)

Ein konfigurierter Kennzahlenservice (KKS) basiert auf einem von Ihnen ausgewählten Basiskennzahlenservice (BKS). Sie fügen dem BKS spezielle Selektionskriterien, wie beispielsweise den Aktivitätsbereich hinzu, indem Sie eine Selektionsvariante anlegen. Das Ergebnis ist eine Kennzahl in der Basismengeneinheit des Lagers.

Ein Beispiel, das einen maßgeschneiderten Management-Service veranschaulicht

Formelbasierter Kennzahlenservice

Ein formelbasierter Kennzahlenservice (FKS) stellt die Wiederverwendung eines konfigurierten Kennzahlenservices zum Erstellen komplexerer Formeln dar.

Ein formelbasierter Kennzahlenservice beinhaltet eine Berechnung mit einer oder mehreren Formeln.

Die Abbildung und das Video zeigen ein Beispiel für die Verwendung von konfigurierten und formelbasierten Kennzahlenservices.

Kennzahlenservices:

  • können ausgewertet (für die Berichterstellung verwendet) werden

  • geben einen numerischen Wert zurück; im Falle eines nicht numerischen Wertes, wird 1 zurückgegeben

  • können im Easy Graphics Framework (EGF) oder von anderen KPI-Berichtstools verwendet werden

  • enthalten Funktionen zum Auswerten und Auflisten von Ergebnissen

  • können zum Auslösen von Alerts verwendet werden

In der Abbildung wird ein Anwendungsbeispiel für konfigurierte und formelbasierte Kennzahlenservices dargestellt. Ein Lagerleiter möchte zu Beginn jedes Tages wissen, wie viele Lageraufträge ein Ausführender am vorherigen Tag ausgeführt hat. Um das zu ermitteln, muss der Lagerleiter Folgendes tun:

  1. Er definiert einen KKS auf der Basis des erforderlichen BKS.

    • Er wählt BKS 1 „Anzahl Lageraufträge" und BKS 2 „Anzahl Ausführende" aus.
  2. Er passt diese BKS seinen Anforderungen an, indem er die Selektionsvarianten 1 und 2 anlegt.

  3. Er legt den FKS im Formeleditor 1 an. Nach dieser Formel wird KKS 1 durch KKS 2 dividiert. Dadurch wird die durchschnittliche Anzahl an Lageraufträgen pro Ausführendem berechnet, z.B. 40 Lageraufträge pro Ausführenden.

Kennzahlenservices im Lagercockpit einbinden

Kennzahlenservices können für die periodische Ausführung im Hintergrund eingeplant werden. Die Ergebnisse können in einer Datei lokal auf einem PC oder in einer logischen Datei auf dem Server gesichert werden.

Die Kennzahlenservice-Ergebnisse können Sie im Lagercockpit anzeigen, wo sie automatisch aufgefrischt werden.

Bilder eines Tachometers, eines Diagramms, eines Kreisdiagramms und Ampeln, ilustrating-Funktionen des Lagercockpits

Analysen und Planung

Für einen besseren Einsatz Ihrer Lagerarbeiter und zur Entwicklung Ihrer Lagerstrategie verwenden Sie SAP NetWeaver Business Warehouse. Auf diese Weise können Sie Lagerdaten analysieren und vergleichen, um strategische Planung und Simulation auf Basis von Lieferdaten auszuführen.

BI Content und BI-Content-Erweiterungen werden als Add-on zu SAP NetWeaver Business Warehouse bereitgestellt. Es handelt sich hierbei um vorkonfigurierte Sätze von rollen- und aufgabenbezogenen Informationsmodellen in SAP NetWeaver Business Warehouse, die auf konsistenten Metadaten basieren. Mit dem BI Content werden für ausgewählte Rollen in Unternehmen die Informationen bereitgestellt, die diese zur Erfüllung ihrer Aufgaben benötigen.

Diese Informationsmodelle umfassen Arbeitsmappen, Querys, InfoSources, InfoCubes, DataStore-Objekte, Kennzahlen, Merkmale, Fortschreibungsregeln sowie Extraktoren für SAP-Anwendungen.

BI Content und BI-Content-Erweiterungen können

  • ohne Modifikationen in spezifischen Branchen verwendet werden

  • angepasst, d.h. verfeinert oder vergröbert werden

  • als Vorlage oder Beispiel für kundendefinierten BI Content und BI-Content-Erweiterungen dienen

Der BI Content für EWM umfasst u.a. folgende Datenflüsse:

  • Ergebnisse der Kennzahlenservices

  • Ausgeführte Arbeitslast

  • Ausnahmen

  • Lagerauftrag – Lageraufgabe

  • Lieferpositionen

  • Lagerplätze

  • Logistische Zusatzleistungen

  • Strategische Planung

Mit der strategischen Planung können Sie auf der Grundlage Ihrer historischen Daten eine langfristige Planung durchführen. Sie können Werte ändern und mit diesen geänderten Werten planen, z.B. um zu berechnen, wie viele Mitarbeiter in jedem Monat des Jahres benötigt werden.

Analytische Funktionen und strategische Planung mit SAP NetWeaver Business Warehouse

Lieferempfangsbestätigung (LEB)

Die Lieferempfangsbestätigung ist ein hilfreiches Werkzeug, um zu überprüfen, ob Kommissionierung und Auslieferung wie gewünscht ausgeführt wurden. Wenn Sie SAP ERP verwenden, wird die Lieferempfangsbestätigung im ERP-System registriert und kann in SAP EWM hochgeladen werden. Anschließend können Sie diese Lieferempfangsbestätigungen mit dem Lagerverwaltungsmonitor überprüfen. Die Daten können außerdem für das Reporting in SAP Business Information Warehouse hochgeladen werden, um die Informationen auf täglicher, wöchentlicher oder monatlicher Basis anzuzeigen.

Lagerkosten und Vollzeitäquivalente (FTEs)

SAP EWM bietet die Möglichkeit, die tägliche Durchschnittsanzahl der im Lager arbeitenden Vollzeitäquivalente (FTEs), die Personalkosten je FTE pro Tag und die täglichen Fixkosten für Ihr Lager zu pflegen. Diese Informationen können zu Analysezwecken in BI verwendet werden. Die definierte Query stellt Informationen wie die folgenden bereit:

  • Tägliches Durchschnittsverhältnis der Anzahl an Auslieferungspositionen pro FTE

  • Tägliches Durchschnittsverhältnis der Gesamtkosten pro Auslieferungsposition

  • Personalkosten je FTE, Fixkosten und Gesamtkosten für das Lager

  • Täglicher FTE-Durchschnitt

In SAP S/4HANA integrierte Analysefunktionen

Durch die nahtlose Integration von Analysefunktionen in SAP S/4HANA profitieren Sie von einer Vielzahl von Analysemöglichkeiten in einer Umgebung mit vereinfachtem Datenmodell, einer höheren Benutzerfreundlichkeit sowie erweiterten Verarbeitungs- und Deployment-Optionen, die auf Ihre Geschäftsanforderungen zugeschnitten sind. Häufig werden Transaktionen und Analysen getrennt behandelt. In den meisten Fällen bestehen Geschäftsprozesse jedoch aus einer wiederkehrenden Abfolge von Transaktionen und Analysen, sodass Analysen in die tägliche Arbeit mit Bewegungsdaten eingebettet sind.

Alle analytischen Werkzeuge nutzen Core Data Services (CDS-Views), aus denen sich das virtuelle Datenmodell (VDM) von SAP S/4HANA zusammensetzt. Um CDS-Views vom Typ analytische Abfragen zu verwenden, müssen Sie außerdem die Analytic Engine einrichten, die verwendet wird, um analytische Abfragen zur Laufzeit auszuwerten und auszuführen.

Visualisierung, Zugriff, Modellierung und Persistenz in SAP S/4HANA Embedded Analytics

Der Endbenutzer kann über das SAP Fiori Launchpad sowohl auf transaktionale als auch auf analytische Anwendungen aus dem SAP-S/4HANA-System zugreifen. Der Benutzer kann zwischen den Anwendungen navigieren, wodurch Insight-to-Action in Echtzeit ohne Datenreplikation möglich ist.

Der Embedded-Analytics-Ansatz wird für das operative Reporting empfohlen, nicht für das Reporting historischer Daten. Zu diesem Zweck und um auch andere Datenquellen einzubeziehen, verwenden Sie weiterhin SAP BW.

Lager-KPIs - Vorgänge

Mit der App Lager-KPIs - Vorgänge können Sie eine Übersicht der Key Performance Indicators (KPIs) anzeigen, die für Ihre Lagervorgänge relevant sind, z.B. die Gesamtzahl der offenen Lageraufgaben, die am aktuellen Datum zu bearbeiten sind. Auf der Übersichtsseite sehen Sie verschiedene Arten von KPI-Karten. Als Lagerist helfen Ihnen diese Karten, Ihre täglichen Aufgaben besser zu verwalten und zu bearbeiten.