
Wie in der Abbildung „Konzept der Betriebsarten" dargestellt, können die Anforderungen der Benutzer am SAP-System im Laufe des Tages variieren. Tagsüber arbeiten viele Dialogbenutzer im System. Sie möchten vom System mit hoher Performance bedient werden. Deshalb sollten den Benutzern zu dieser Zeit viele Dialog-Workprozesse zur Verfügung stehen. In der Nacht werden jedoch nur wenige dieser Dialog-Workprozesse verwendet, da weniger Benutzer arbeiten. Dadurch werden die Systemressourcen für die Verarbeitung von Hintergrundjobs freigegeben.

Die Art und Anzahl der Workprozesse pro Instanz wird durch Profilparameter in den Profilen festgelegt. Die Verteilung der Workprozesse in den Profilen ist für schnelle Dialogantwortzeiten optimiert, d.h. es gibt in der Regel viele Dialog-Workprozesse und eine geringe Anzahl von Hintergrund-Workprozessen. Das bedeutet, dass während der Nacht Systemressourcen wie der Hauptspeicher oder die CPU weiterhin an die Dialog-Workprozesse gebunden sind und von den Hintergrundprozessen nicht voll ausgelastet werden können. Es wäre daher sehr praktisch, wenn das System verschiedene Arten und Anzahl von Workprozessen an die unterschiedlichen Anforderungen im System anpassen könnte. Dies kann durch das Konzept der Betriebsarten erreicht werden.
Wie in der Abbildung „Anpassen von Instanzen an die Lastverteilung" dargestellt, können Sie über die Betriebsarten die Art und Verteilung der Workprozesse an die unterschiedliche Lastverteilung während des Tages anpassen. Zusätzlich kann die Verteilung der Workprozesse auch an einmalig auftretende betriebliche Anforderungen angepasst werden. Durch Definition von Betriebsarten können Sie nicht nur die konfigurierbare Anzahl der in den Profilen definierten Workprozesse verändern, sondern auch die Art und die Aufteilung der einzelnen Workprozesstypen innerhalb dieser konfigurierbaren Anzahl an Workprozessen. Das Umschalten zwischen den Workprozesstypen erfolgt dabei dynamisch während der Laufzeit des SAP-Systems. Über einen festgelegten Zeitplan wird das Umschalten angestoßen. Dabei wird ein belegter Workprozess nicht sofort abgebrochen, sondern für die Umschaltung vorgemerkt. Dadurch kann es unter Umständen zu gewissen Verzögerungen kommen. Diese Typänderung wird im Systemlog erfasst.
Beim Umschalten der Betriebsarten müssen weder die Instanz noch die betroffenen Workprozesse neu gestartet werden. Dadurch bleibt bei einer Betriebsartenumschaltung die Qualität des Puffers des SAP-Systems erhalten, und der Workprozess schließt die Verarbeitung des aktuellen Requests ab. Die einzelnen Workprozesse behalten also nach der Umschaltung ihre Prozess-ID, was in der Prozessübersicht (SM50) zu sehen ist.







