Sie könnten ALE auch als aus den Elementen zusammengesetzten Elementen beschreiben: wer welche Daten wann, mit wem und auf welche Weise austauscht.
Die Umsetzung von ALE erfordert daher eine detaillierte Klärung folgender Punkte:
Identifikation des Geschäftsprozesses und der beteiligten Objekte
Identifikation der zu übertragenden Informationen
Spezifikation des Formats der zu übertragenden Daten
Entscheidung für eine bestimmte Übertragungstechnik
Entscheidung der Übertragungsart
Angabe des Ziels der Datenübertragung
In einem integrierten SAP-System werden Daten aus der Logistikanwendung über die Financials-Accounting-Schnittstelle in die Buchhaltungsanwendung übertragen. Die einzelnen Logistikanwendungen rufen die Rechnungswesen-Schnittstelle mit den relevanten Daten auf. Dort wird der Rechnungswesenbeleg geprüft, vervollständigt und zur weiteren Verarbeitung an die verschiedenen Rechnungswesenanwendungen weitergeleitet.
Dieses Prinzip wird auch in einem verteilten SAP-System verwendet. Stellen Sie sich einen Kunden mit einem zentralen Rechnungswesensystem und mehreren dezentralen SAP-Logistiksystemen vor. Hierbei wird in jedem SAP-Logistiksystem ein Rechnungswesensystem im Hintergrund ausgeführt. Die Logistikanwendungen rufen die Rechnungswesen-Schnittstelle im dezentralen SAP-System auf. Die detaillierte Buchung erfolgt nicht im Remote-Rechnungswesensystem, sondern lokal. Jede Rechnungswesenanwendung muss dann entscheiden, welche Daten sie an das andere logische System senden muss.
Notiz
Für die meisten FI-Konten ist eine periodische Bewegungsdatenübertragung in das zentrale logische System ausreichend. Im Gegensatz zu der Methode, bei der Einzelposten einzeln gesendet werden, wird dabei die übertragene Datenmenge minimiert.
Die folgende Tabelle enthält ein Beispiel für die Implementierung von ALE in solch einem verteilten Szenario:
Datenabgleich im Geschäftsprozess – Beispiel
| Prozess | Buchung aus dem Rechnungswesen in die Logistik für Kunden mit verteilten Systemen |
|---|
| Identifikation der zu übertragenden Informationen | Fakturierungsdaten aus dem lokalen SAP-Logistiksystem, die an ein separates, zentrales Finanzbuchhaltungssystem (SAP ECC) übergeben werden sollen |
| Format der Daten | IDoc-Format |
| Übertragungstechnik | Per RFC |
| Übertragungsart | Asynchron alle 15 Minuten |
| Einsatzmöglichkeit | Rechnungsdaten für die zentrale Verarbeitung im Buchhaltungssystem bereitstellen |
Die Identifikation der Daten geschieht innerhalb des Mandanten eines SAP-Systems häufig über ein zugeordnetes Business Object und dessen Business Application Programming Interfaces (BAPIs). Ein BAPI ist eine Methode eines Business-Objekts, z.B. die Methode Availability des Business-Objekts StandardMaterial. Eine zulässige Methode könnte auch das Anlegen (Methode Create) oder das Ändern (Methode Edit) des Standardmaterials sein. Über BAPIs können in der Regel alle zum Objekt gehörenden Daten bearbeitet werden.
Das IDoc-Format beschreibt die Struktur von sogenannten Intermediate Documents. Für unterschiedliche auszutauschende Datentypen gibt es verschiedene Arten von IDoc-Formaten. IDoc-Typen basieren auf den EDI-Standards und hauptsächlich auf EDIFACT-Standards. Alternativ können Sie Daten in einem vereinbarten XML-Format übertragen.
Die bevorzugte Technologie zur Datenübertragung ist im Rahmen der Einschränkungen des SAP-Systems frei wählbar. Zum Beispiel können die Daten per Remote Function Call (RFC) oder auch per HTTP oder HTTPS übertragen werden.
Es gibt zwei grundlegende Übertragungsarten: synchron und asynchron. Eine synchrone Übertragung bedeutet, dass die Daten zum Zeitpunkt der Erstellung oder Änderung übertragen werden und das sendende System auf die Antwort des Zielsystems wartet. Eine asynchrone Übertragung hingegen kann in beliebigen Intervallen gestartet werden.
Für die angebundenen SAP-Systeme gibt es nur sehr wenige Einschränkungen: Die beteiligten SAP-Systeme müssen technisch in der Lage sein, die Kommunikation zu empfangen (RFC-fähig, HTTP-fähig) und das übertragene Format (IDoc, XML) zu interpretieren. SAP-Systeme unterschiedlicher Releases können über ALE verknüpft werden.