Verbindungen zu anderen Systemen in AS Java konfigurieren

Objective

After completing this lesson, you will be able to einige Kommunikationsarten auflisten

Verbindungsmöglichkeiten zwischen AS Java und EIS

Es gibt verschiedene Verbindungsmöglichkeiten, die der AS Java für ein Enterprise Information System (EIS) nutzen kann. Die Art der Verbindungsmöglichkeit ist z. B. auch abhängig vom EIS. Als Beispiele werden wir in dieser Lektion hauptsächlich auf AS-Java- bzw. AS-ABAP-Systeme als EIS eingehen.

Die Abbildung zeigt links einen AS Java mit den Services 'Destination' und JCo RFC Provider unten und Anwendungen, die auf diese Services zugreifen, oben. Es gibt drei ausgehende Destinationen zu (1) einem ABAP-System (über HTTP- oder RFC-Protokoll), (2) einem anderen AS-Java-System (mit HTTP- oder RFC-Protokoll) und (3) einem Enterprise-Informationssystem (EIS), das einem externen System entspricht. Darüber hinaus gibt es eine RFC-Destination, die vom ABAP-System zurück auf den Service JCo RFC Provider des AS-Java-Systems verweist.

Der AS Java kann ausgehende Verbindungen direkt aus einer Anwendung heraus öffnen, oder die Verbindung kann von einem Service hergestellt werden. Einer dieser Services ist der Destination Service, den wir in dieser Lektion genauer betrachten werden. Direkte Verbindungen von Applikationen zu einem EIS werden im Anhang dieses Kapitels betrachtet, die Art dieser Verbindungen ist vom entsprechenden Adapter abhängig. Anwendungen können Verbindungen zu einem EIS über Services nutzen. Ebenso können Services die Verbindungen anderer Services nutzen.

Destinationsservice kann sowohl HTTP- als auch RFC-Verbindungen zu einem EIS verwalten. Meist werden die Verbindungen zu SAP-Systemen mit AS ABAP vom Typ RFC sein, wohingegen Verbindungen zu einem SAP-System mit AS Java in der Regel vom Typ HTTP sind. In einem SAP-System mit AS ABAP und Java (Dual-Stack) hängt die Art der Verbindung davon ab, ob die Verbindung primär für AS Java oder AS ABAP geöffnet wird. Aber Vorsicht: Dual-Stack-Systeme werden ab SAP NetWeaver Release 7.5 nicht mehr unterstützt. Nach der Installation wurden schon einige Einträge (z.B. für die Verbindung zum SLD) beim Destination Service angelegt. Destinationen können Sie im NWA unter KonfigurationInfrastrukturDestinationen anlegen und pflegen. Beim Anlegen einer neuen Destination legen Sie den Kommunikationstyp HTTP bzw. RFC fest. Bei einer Verbindung vom Typ HTTP wird über eine URL die Verbindung zum EIS und dessen Service, der angesprochen werden soll, festgelegt. Wenn es sich bei dem EIS um einen AS ABAP handelt, der über HTTP adressiert werden soll, können SID und Sprache in den Destinationsdaten oder im Mandanten des Zielsystems definiert werden. In den Anmeldedaten können beispielsweise verschiedene Authentifizierungsmechanismen wie „die Eingabe von Benutzer und Kennwort", „ X.509-Zertifikat", „Zusicherungsticket", „Anmeldeticket" oder „Benutzerzuordnung" eingerichtet werden.

Hinweis

Sie sollten bzgl, ihrer Security-Richtlinien prüfen, ob Sie als Authentifizierungsmethode Benutzer/Passwort benutzen können oder besser ein andere Authentifizierungsmethode wie z.B. „Assertion Ticket" nutzen.

Bei Verbindungen vom Typ RFC wird der Zielserver (Target Host), Instanznummer (System Number), SID und Daten bzgl. des Gateway's angegeben. RFC-Verbindungen benötigen immer ein Gateway, über das die Kommunikation erfolgt. Typischerweise ist bei einer RFC-Verbindung ein AS-ABAP-System involviert. Da jede AS-ABAP-Instanz ein Gateway enthält, wird dies für die RFC-Kommunikation genutzt. Ab AS Java 7.10 enthält jede AS Java Central Services-Instanz ein RFC-Gateway, das auch für die RFC-Kommunikation verwendet werden kann.

Zu den Daten bezüglich des Gateways gehören der Gateway-Host, auf dem das Gateway läuft (in den meisten Fällen identisch mit der Spezifikation des Zielservers, wenn es sich um eine AS-ABAP-Instanz handelt) und der Gateway-Service, der normalerweise auf Port 33<Instanznummer> läuft oder als sapgw<instance_number> angegeben werden kann (z.B. Port 3310 oder sapgw10 für Instanznummer 10 der Zielinstanz). Bei den Logon-Daten lässt sich auch hier zwischen unterschiedlichen Authentifizierungsmechanismen auswählen. Wird der RFC-Trace eingeschaltet, dann werden auf Betriebssystemebene der Instanz im Server-Verzeichnis Trace-Dateien der Art jrfc<Prozess ID des Server-Prozesses>_<Nr>.trc zusätzlich zu den Developer-Traces (dev_jrfc.trc) angelegt.

JCo RFC Provider Service ist für eingehende RFC-Verbindungen zuständig. Die RFC-Kommunikation findet hauptsächlich mit SAP-NetWeaver-AS-ABAP-Systemen statt. Da die RFC-Kommunikation über ein Gateway erfolgt, wird meist das Gateway der AS ABAP-Instanz genutzt.

Der AS ABAP ist der Initiator der RFC-Kommunikation zum AS Java. Der JCo RFC Provider im AS Java empfängt die Daten, daher muss die Verbindung zwischen dem JCo RFC Provider und dem Gateway bereits hergestellt sein. Sie können die Verbindung zum Gateway im NWA des AS Java unter ConfigurationInfrastructureJco RFC Provider pflegen. Sie müssen die Verbindung zum Gateway starten, damit der AS ABAP es für die Kommunikation mit dem AS Java verwenden kann. Die Verbindung zum Gateway wird unter der Program ID (dem Namen des JCo RFC Providers) aufgebaut. Für die Kommunikation muss im AS ABAP eine RFC-Destination vom Verbindungstyp „T" (gepflegt in der Transaktion SM59) angelegt werden; die Programm-ID (Name) des JCo RFC Providers ist hierfür als „Registriertes Serverprogramm" angegeben. Der Name der RFC-Destination im AS ABAP kann von der Programm-ID abweichen, aus Gründen der Übersichtlichkeit wird jedoch in der Regel der gleiche Name für die Programm-ID und die RFC-Destination gewählt. Die Gateway-Daten, die für die Ausführung der Kommunikation verwendet werden, werden in der Serverkonfiguration für den JCo-RFC-Provider angegeben; die Anzahl der parallelen Verbindungen, die für den AS Java über diese Destination möglich sein sollen, wird ebenfalls angegeben (Feld Serveranzahl). Ist die Option Local JCo Servers ausgewählt, dann ist nur ein Server-Prozess im System für die Kommunikation zuständig, der die bei Server Count konfigurierte Anzahl an Verbindungen zum Gateway aufbaut. Ist die Option Local JCo Servers deaktiviert, dann öffnet jeder Server-Prozess die bei Server Count konfigurierte Anzahl an Verbindungen zum Gateway.

Die Daten des AS-ABAP-Systems, das diesen Kommunikationspfad verwenden soll, werden auf der Registerkarte Repository-Konfiguration angegeben. Wenn das Ankreuzfeld RFC-Destination verwenden nicht markiert ist, werden die Daten für das AS-ABAP-System auf dieser Registerkarte gepflegt. Ist das Ankreuzfeld Use RFC Destination selektiert, dann wird eine Destination die mit dem Destination Service gepflegt wurde eingetragen und die dort hinterlegten Verbindungsdaten genutzt. In diesem Fall wird aber auch die Program ID des JCo RFC Providers am Gateway registriert.

Für die RFC-Destination müssen natürlich die Daten desselben Gateways im AS ABAP gepflegt sein, wie beim JCo RFC Provider oder dem Destination-Service.