Bei der Pflege des Materialstammsatzes können Sie zusätzliche Anforderungen für die Losgrößenberechnung angeben. Dazu gehören die Losgrößenrundung sowie minimale und maximale Losgrößen.
Mit der Losgrößenrundung können Sie die Beschaffungsmengen an die Restriktionen der Liefer-, Verpackungs- und Transporteinheiten anpassen. Dies kann z.B. sinnvoll sein, wenn die bestellten Mengen nur in Kartons geliefert werden können, die eine bestimmte Stückzahl enthalten, oder wenn die Mengen nur in vollen Paletten verpackt und transportiert werden können.
Während des Planungslaufs berechnet das System zur Ermittlung der Beschaffungsmenge zunächst den Nettobedarf, wendet dann das angegebene Losgrößenverfahren an und rundet schließlich die Menge auf, wenn im Materialstammsatz Rundungsvorschriften gepflegt sind.
Für die Pflege von Rundungsdaten im Materialstammsatz stehen Ihnen folgende Möglichkeiten zur Verfügung:
Rundungswert: Wenn Sie einen Rundungswert gepflegt haben, rundet das System die berechnete Menge auf das Vielfache dieses Werts.
Rundungsprofil:
Die Verwendung eines Rundungsprofils ermöglicht eine skalierte Rundung.
Rundungsprofile müssen individuell konfiguriert werden. SAP liefert keine Standardeinstellungen aus. Nachdem Ihr Konfigurationsexperte ein Rundungsprofil angelegt und konfiguriert hat, können Sie es in einem Materialstammsatz zuordnen.
Ein Rundungsprofil besteht aus Schwellenwerten und Rundungswerten. Der Schwellenwert ist der Wert, bei dem das System aufrundet. Der Rundungswert ist der Wert, auf den das System aufrundet, wenn der Schwellenwert überschritten wird.
Wenn der Bedarfswert den ersten Schwellenwert überschreitet, rundet das System auf das nächste Vielfache des gefundenen Rundungswerts auf.
Wenn der Bedarfswert den ersten Schwellenwert unterschreitet, verwendet das System den ursprünglichen Bedarfswert.
Beispiel für ein Rundungsprofil
Betrachten Sie folgendes Szenario: Ein Material wird in Stück verwaltet; es sollte in Lagen (1 Lage entspricht 5 Stück) oder in Paletten (1 Palette entspricht 8 Lagen entspricht 40 Stück) geliefert werden. Sie haben im Customizing folgendes Rundungsprofil angelegt:
| Schwellenwert | Rundungswert |
|---|
| 2 | 5 |
| 32 | 40 |
Betrachten wir einige Beispiele für die Bestellmengen, die sich aus der Verwendung eines solchen Profils ergeben würden:
| Berechnete Bestellmenge vor Rundung | Bestellmenge nach Rundung | Erklärung |
|---|
| 1 | 1 | Der Bedarfswert ist kleiner als der erste Schwellenwert (2). Deshalb rundet das System nicht auf. |
| 2 | 5 | Der erste Schwellenwert wird erreicht. Das System rundet auf 5 auf. |
| 6 | 10 | 5 ist in 6 enthalten. Für die restlichen 1 Stück rundet das System auf 5 auf. Daraus ergibt sich eine Beschaffungsmenge von 10 Stück. |
| 7 | 10 | 5 ist in 7 enthalten. Für die restlichen 2 Stück rundet das System auf 5 Stück auf. Daraus ergibt sich eine Beschaffungsmenge von 10 Stück. |
| 21 | 25 | 5 ist 4 mal in 21 enthalten. Für die restlichen 1 Stück rundet das System auf 5 auf. Daraus ergibt sich eine Bestellmenge von 25. |
| 31 | 35 | 5 ist in 31 6 mal enthalten. Für die restlichen 1 Stück rundet das System auf 5 auf. Daraus ergibt sich eine Auftragsmenge von 35. |
| 32 | 40 | Der zweite Schwellenwert wird erreicht. Das System rundet auf 40 auf. |
| 41 | 45 | 40 ist einmal in 41 enthalten. Für die restlichen 1 Stück rundet das System auf 5 auf. Daraus ergibt sich eine Auftragsmenge von 45 Stück. |
| 74 | 80 | 40 ist einmal in 80 enthalten. Für die restlichen 34 Stück rundet das System auf 40 Stück auf. Daraus ergibt sich eine Auftragsmenge von 80 Stück. |
Notiz
Sie können im Einkaufsinfosatz auch ein Rundungsprofil eingeben. In diesem Fall wird die Rundung zuerst berücksichtigt, wenn Sie eine Bestellanforderung umsetzen oder manuell eine Bestellung anlegen.