Geschäftspartner-Stammdaten pflegen

Objectives

After completing this lesson, you will be able to:
  • Das Konzept des Geschäftspartners erläutern
  • Einen Lieferantenstammsatz pflegen

Stammdaten im Beschaffungsprozess

Stammdaten enthalten Datensätze, die für längere Zeit in der Datenbank gespeichert werden. Diese werden zentral abgespeichert und anwendungsübergreifend genutzt und verarbeitet. Dadurch wird eine Mehrfachspeicherung (Redundanz) der Daten verhindert.

Zu den wichtigsten Stammdaten im Beschaffungsprozess gehören der Geschäftspartnerstammsatz (Lieferant), der Materialstammsatz und der Einkaufsinfosatz.

Diagramm mit den wichtigsten Stammdaten im Beschaffungsprozess. Eine Erläuterung finden Sie im folgenden Absatz.

Beim Anlegen eines Einkaufsbelegs werden Daten aus vorhandenen Stammsätzen als Vorschlagswerte in den Einkaufsbeleg übernommen. Dadurch verringert sich der Erfassungsaufwand. Daten wie Mengeneinheit, Materialkurztext und Bestelltext werden aus dem Materialstamm in den neuen Beleg kopiert. Die Lieferantenanschrift und die Daten für die Zahlungsverarbeitung werden aus dem Lieferantenstammsatz übernommen. Lieferantenspezifische Daten zu einem bestimmten Material, wie Lieferzeit und Preis, können aus dem Einkaufsinfosatz übernommen werden.

Konzept des Geschäftspartners

SAP-Geschäftspartner pflegen

Die Verbindung zwischen einem Geschäftspartner und anderen Komponenten erfolgt durch das Rollenkonzept. Eine Geschäftspartnerrolle entspricht einem Geschäftskontext, in dem ein Geschäftspartner auftreten kann. Mögliche Rollen sind z.B. Lieferant und Kreditor (für Beschaffungsprozesse relevant) oder Kunde und Debitor (für Vertriebsprozesse relevant). So wird sichergestellt, dass die relevanten Stammdaten für die unterschiedlichen Prozesse entsprechend erfasst werden und dass der Geschäftspartner für die jeweiligen Funktionen (z.B. Auftraggeber) verwendet werden kann.

Geschäftspartner: Debitoren-/Kreditorenintegration

Die Kreditorenbuchhaltung verwendet den SAP-Geschäftspartner für die Pflege der Lieferantenstammsätze. Technisch gesehen verwendet dieses Nebenbuch eigene Kreditorenstammsätze, die in allen Buchhaltungstransaktionen integriert sind, wie z.B. das Anlegen von Geschäftsvorgängen auf Konten und die Verarbeitung von Buchungsdaten. Wir benötigen also Geschäftspartner, die in der Finanzbuchhaltung als Kreditoren und in anderen Anwendungen als Geschäftspartner verwaltet werden und gleichzeitig bestehen können.

Die Debitoren-/Kreditorenintegration findet im Hintergrund statt, während das System die Geschäftspartner-Stammdaten verarbeitet. Beim Anlegen oder Ändern eines Geschäftspartners erstellt oder ändert das System alle erforderlichen Felder im Kreditorenkonto gemäß den Angaben im Geschäftspartner. Der Kreditorenstammsatz ist mit dem Geschäftspartner gemäß den Einstellungen verknüpft, die im Customizing für die Synchronisation und Kreditorenintegration festgelegt wurden.

Im Customizing können Sie den Geschäftspartnergruppen Kontengruppen für die Kreditorenstammsätze zuweisen. Dadurch stellen Sie sicher, dass der Kreditor aktualisiert wird, sobald Sie Geschäftspartner bearbeiten.

Geschäftspartnerdaten anzeigen

Abstimmkonto und Partnerfunktionen

Abstimmkonto

Für die Anlage eines Geschäftspartner-Stammsatzes für einen Lieferanten ist eine eindeutige Nummer erforderlich. Abhängig von der Geschäftspartnergruppierung wird diese automatisch vom System oder manuell vom Erfasser zugewiesen. Die Lieferantennummer ist gleichzeitig die Nebenbuchnummer in der Finanzbuchhaltung. In der Nebenbuchhaltung wird die Summe der Verbindlichkeiten pro Lieferant fortgeschrieben.

Diagramm zur Bedeutung des Abstimmkontos. Details finden Sie im folgenden Text.

Zusätzlich müssen Sie in den Buchungskreisdaten eines Geschäftspartners ein Abstimmkonto pflegen. Dieses Konto ist ein Sachkonto in der Hauptbuchhaltung. Ein Abstimmkonto bildet die Verbindlichkeiten eines Unternehmens gegenüber zahlreichen Lieferanten in der Hauptbuchhaltung ab.

Beim Buchen einer Rechnung wird somit das Abstimmkonto für die Hauptbuchhaltung aus dem Stammsatz des Lieferanten (Rechnungsstellers) ermittelt.

Partnerfunktionen

Aus diesem Grund ist es möglich, im Lieferantenstammsatz entsprechende Partnerrollen für den Einkauf zu definieren. Diese Partner können dann als Vorschlagswerte in die Einkaufsbelege übernommen werden.

Beispiele:

  • Partnerrolle Rechnungssteller:

    Wenn Sie bei Lieferant A bestellen, kann die Rechnung von der Firmenzentrale C ausgestellt werden. Die Firmenzentrale C ist somit der abgeleitete Rechnungssteller von Lieferant A.

  • Partnerrolle Warenlieferant:

    Wenn Sie bei Lieferant A bestellen, werden die Waren immer von der Tochtergesellschaft S geliefert. Tochtergesellschaft S ist somit der von Lieferant A abgeleitete Warenlieferant.

Stammdaten für Einmallieferant

Das Anlegen eines Einkaufsbelegs oder einer Rechnung im SAP-System ist ohne einen Geschäftspartnerstammsatz nicht möglich.

Für Lieferanten, die das Unternehmen einmalig oder nur selten beliefern, ist es jedoch nicht sinnvoll, eigene Lieferantenstammsätze im System zu erfassen. Daher werden für solche Einmallieferanten Sammelkonten eingerichtet. Diese Sammelkonten werden als CpD-Konten (Conto per Diverse) bezeichnet. Zum Anlegen eines CpD-Lieferantenstammsatzes wird eine spezielle Geschäftspartnergruppierung verwendet.

Wenn ein Lieferantenstammsatz vorhanden ist, wird ein normaler Lieferantenstammsatz verwendet. Anderenfalls wird ein Stammsatz für Einmallieferanten genutzt.

Im Gegensatz zu anderen Lieferantenstammsätzen werden für ein CpD-Konto keine lieferantenspezifischen Daten im Stammsatz hinterlegt, da das Konto für mehrere Lieferanten verwendet wird. In einem Stammsatz für einen Einmallieferanten können Sie z.B. die Sprache, die Bestellwährung und das Abstimmkonto hinterlegen. Lieferantenspezifische Daten wie Name, Adresse oder Bankverbindung können für Einmallieferanten erst bei der Belegerfassung angegeben werden.

Neue Lieferantenstammdaten anlegen